Ausstellung über Leonardo da VinciEintauchen in ein Meisterwerk

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"Mona Lisa" darf nicht fehlen in einer immersiven Ausstellung zu Leonardo da Vincis Werk - auch wenn die Schau den Titel eines anderen seiner berühmten Gemälde trägt: "Das letzte Abendmahl".
"Mona Lisa" darf nicht fehlen in einer immersiven Ausstellung zu Leonardo da Vincis Werk - auch wenn die Schau den Titel eines anderen seiner berühmten Gemälde trägt: "Das letzte Abendmahl". Veranstalter

In einer Ausstellung in der Motorworld München wird Leonardo da Vincis berühmtes Gemälde „Das letzte Abendmahl“ zu einem immersiven Kunsterlebnis.

Von Jürgen Moises

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Wenn ein berühmtes Kunstwerk verschwindet, müsste man doch eigentlich rufen: Skandal! Steckt ein spektakulärer Kunstraub dahinter? Wie etwa im Falle von Caravaggios Gemälde „Die Geburt Christi mit den Heiligen Laurentius und Franz von Assisi“, das am 17. Oktober 1969 auf Sizilien spurlos verschwand? Bei dem Werk, um das es in dieser Ausstellung gehen soll, ist es aber doch ein wenig anders. Leonardo da Vincis Wandgemälde „Das letzte Abendmahl“, derzeit Thema eines „immersiven Erlebnisses“ im Dampfdom der Motorworld in München, befindet sich nach einem halben Jahrtausend immer noch am selben Ort. Spräche man hier trotzdem von einem „Raub“, wäre der Künstler selbst der Täter.

Warum? Vom ursprünglichen, vier mal neun Meter großen Gemälde sind heute nur noch rund 20 Prozent übrig. Das fand man bei den letzten Restaurierungsarbeiten im Jahr 1999 heraus. Und der Grund? Leonardo da Vinci malte das Bild auf trockenem statt wie sonst üblich auf feuchtem Untergrund. Deshalb begann bereits 20 Jahre nach der Fertigstellung im Jahr 1498 die Farbe abzublättern. Und weg war sie.

Die Besichtigung des Bildes ist zudem, anders als etwa bei der Mona Lisa, die im Louvre hängt, vergleichsweise schwierig: Es befindet sich im Speisesaal des Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie in Mailand, und ist für Besuchergruppen aus konservatorischen Gründen nur jeweils 15 Minuten lang zu sehen.

Die Idee des Produzenten Marcus Wortmeier, Leonardos „Abendmahl“ zum Zentrum einer immersiven Wanderausstellung zu machen, erscheint von daher gar nicht abwegig. Präsentiert wird es dabei auf multimediale Weise. Die dafür gewählten Mittel sind nicht mehr neu, zumindest wenn man bereits andere „immersive“ Ausstellungen etwa zu Klimt, Monet oder Frida Kahlo gesehen hat. So findet sich auch im Dampfdom das übliche Repertoire: Die einführenden Infotafeln. Der Instagram-Spiegel-Raum für Selfies. Die „Kunst zum Mitmachen“. Und schließlich: Der zentrale, 45 Minuten dauernde 360-Grad-Film, der von etwa 30 Hochleistungsprojektoren an vier Wände, auf die Decke und den Boden geworfen wird.

Sitzen vor der Projektion des "letzten Abendmahls".
Sitzen vor der Projektion des "letzten Abendmahls". Veranstalter

Da sitzt man dann auf weißen Würfeln oder grauen Sitzsäcken und: kann tatsächlich viel erfahren. Über Leonardo da Vinci, seine Biografie, sein Genie als Künstler, Wissenschaftler und Erfinder. Über die Entstehung, den Inhalt, den Aufbau des Bildes und was künstlerisch und kunsthistorisch daran neu war. Etwa dass Leonardo auf fast alle religiösen Symbole verzichtete, zugunsten eines neuen Naturalismus. Es gibt etwa keine Heiligenscheine mehr über den Figuren. Man sieht Vorläufer-Gemälde von Giotto, Ghirlandaio oder Perugino – und was Nachläufer wie Andy Warhol und Ben Willikens aus dem Motiv gemacht haben. Auf einer chinesischen Neu-Interpretation ist nicht Jesus, sondern Mao in der Mitte.

Und sonst wird immer wieder neu „hineingezoomt“ in das Gemälde. Es werden Zeichnungen von Leonardo „aufgerollt“, die nie realisierte Fluggeräte oder einen Panzer-Vorläufer zeigen. Andere Leonardo-Gemälde, wie die „Mona Lisa“, werden präsentiert und von einer Männer- und einer Frauenstimme kurz beschrieben. Aber ob es für all das so viele Wände, Projektoren braucht? Für den Eintrittspreis bekommt man auch einen günstigen Bildband oder etwa Bernd Roecks lesenswerte Leonardo-Biografie. Aber grundlegend informiert wird man auch hier. Und die Schau ist unterhaltsam gemacht. Was zudem bisher nicht erwähnt worden ist: Es gibt auch eine „statische“ Kopie des Bildes in Originalgröße. Und die darf jeder Kunstfan auch mehr als 15 Minuten lang betrachten.

Leonardo da Vinci. Das letzte Abendmahl in 360 Grad, bis 13. Jan., Motorworld, Am Ausbesserungswerk 8, www.letzteabendmahl.de

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