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Ausgangssperre:Polizei löst Party auf - 18-Jähriger uriniert gegen Streifenwagen

In der Maxvorstadt treffen die Beamten acht junge Leute aus ganz Oberbayern in einer Wohnung an. Bis zu 20 Anzeigen verteilt die Polizei derzeit jede Nacht an Münchner, die gegen die Ausgangssperre verstoßen.

Von Martin Bernstein

341 neue Corona-Fälle und neun weitere Todesfälle sind am Samstag für München gemeldet worden. Insgesamt sind in der Landeshauptstadt damit bislang 45 072 Infektionen bestätigt. Die Sieben-Tage-Inzidenz für München beträgt laut Zählung des Robert-Koch-Instituts vom Sonntag 141,2. Doch Freude über rapide sinkende Zahlen dürfte verfrüht sein. Da aufgrund des Jahreswechsels an Silvester neue Fälle nur eingeschränkt und an Neujahr gar nicht erfasst wurden, sei davon auszugehen, dass die tatsächliche Inzidenz höher ist, so die Stadtverwaltung. Mitverantwortlich sind dafür Menschen, die glauben, die Corona-Regeln gälten nicht für sie, oder die bewusst gegen Auflagen verstoßen. Tag für Tag hat die Münchner Polizei mit solchen Covid-Leugnern oder -Ignoranten zu tun. Etwa zehn bis zwanzig Anzeigen verteilen die Beamten derzeit jede Nacht nach Angaben eines Polizeisprechers an Münchnerinnen und Münchner, die ohne triftigen Grund zwischen 21 und 5 Uhr in der Stadt unterwegs sind.

In Milbertshofen feierten am Freitagabend drei Frauen und zwei Männer im Alter von 23 bis 76 Jahren zusammen. Alle leben zwar im selben Haus, aber in unterschiedlichen Wohnungen. Nach dem erzwungenen Abbruch der Party haben sie jetzt noch etwas gemeinsam - nämlich Anzeigen wegen Verstößen gegen Ausgangssperre und Kontaktbeschränkung. In der Augustenstraße in der Maxvorstadt trafen die Beamten am Samstagabend acht junge Leute aus ganz Oberbayern in einer Wohnung an, die den Eltern eines jungen Oberallgäuers gehört. Als die Polizei die lautstarke Party beendete, urinierte ein 18-Jähriger gegen einen Streifenwagen.

© SZ vom 04.01.2021 / bm
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