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Aubing:Corona-Tests im Kindergarten

Kita an der Ehrenbürgstraße wegen eines Verdachtsfalls teilweise geschlossen.

Von Ellen Draxel, Aubing

Die Kindertagesstätte an der Ehrenbürgstraße 33 ist derzeit teilweise geschlossen. Ein betreutes Kind sei "Kontaktperson" eines mit dem Corona-Virus infizierten Menschen gewesen, bestätigt Julia Mayer, Sprecherin des Referats für Bildung und Sport (RBS). Im Internet ist ergänzend zu erfahren, dass die "rote Gruppe bis einschließlich 20. Juli und die orangene Gruppe bis Vorliegen des Testergebnisses oder bis einschließlich 23. Juli" für eine Betreuung nicht geöffnet sind.

Eine Mutter mit Kindern im Krippen- und Kindergartenalter hatte "zufällig", wie sie sagt, von einer Nachbarin erfahren, dass die städtische Kita an der Ehrenbürgstraße "am Mittwoch, 8. Juli, wegen eines Corona-Falls geschlossen" worden sei. Alle Kinder und Erzieherinnen seien "am Vormittag durchgetestet und gegen Mittag nach Hause geschickt" worden. Von ihrem Kinderarzt erfuhr die Frau außerdem von einem positiv getesteten Kind in einer Einrichtung am Ravensburger Ring - und machte sich deshalb Sorgen. Die städtische Kindertagesstätte am Ravensburger Ring 39 ist inzwischen bereits wieder geöffnet: "Der Fall war bereits Ende Juni und taucht daher auf der Homepage nicht mehr auf", erklärt Mayer. Mehr verrät auch das Referat für Gesundheit und Umwelt nicht; die Informationen, sagt Sprecherin Bianca Titus, unterlägen dem Datenschutz.

Eltern von Krippen- und Kindergartenkindern erfahren auf der Homepage der Stadt unter www.muenchen.de/corona, wann Einrichtungen oder einzelne Kita-Gruppen wegen Corona-Infektionsfällen oder des Verdachts auf eine Infektion geschlossen sind. Auch der Zeitpunkt der voraussichtlichen Wiedereröffnung ist auf der RBS-Seite nachzulesen. "Für die Schließungen und späteren Öffnungen ist das Gesundheitsreferat zuständig, aber wir veröffentlichen die Infos dazu transparent und zeitnah", sagt Referats-Sprecherin Mayer.

In Aubing sind viele Menschen derzeit ohnehin, bedingt durch Presseveröffentlichungen, besonders sensibel in Bezug auf Corona. Einige Zeitungen hatten den Westen zu einem "Brennpunkt" der Corona-Infektionen erklärt. Ein "Hotspot", so die Aussage, liege im Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied. Der Bericht basiert aber nur auf Daten einer einzigen Krankenkasse, der AOK. Demnach erhielten 47 Personen im 22. Stadtbezirk zwischen März und Mai eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wegen Corona, das sind 0,75 Prozent der dortigen Bevölkerung. Eine solche Bescheinigung war in dieser Phase allerdings bereits bei vagen Erkältungssymptomen und einem Telefonat mit dem Arzt zu bekommen - ohne dass eine Covid-19-Erkrankung vorliegen musste. Dementsprechend sauer reagierten Aubings Lokalpolitiker auf diese aus ihrer Sicht "absolut nicht statthafte" Einstufung ihres Stadtbezirks.

Das Referat für Gesundheit und Umwelt kann diese Daten denn auch nicht bestätigen: "Eine Aufschlüsselung der Münchner Corona-Infektionen, die dem Gesundheitsamt gemeldet werden, nach Stadtbezirken gibt es nicht", sagt Sprecherin Bianca Titus.

© SZ vom 18.07.2020

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