Nahverkehr:Aubinger bauen Rampe zum Bahnhof

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Nahverkehr: Zwei Aubinger haben am Bahnhof eine Rampe gebaut, auf der man etwa Fahrräder hinauf schieben kann.

Zwei Aubinger haben am Bahnhof eine Rampe gebaut, auf der man etwa Fahrräder hinauf schieben kann.

(Foto: Werner Dilg)

Die Bahn lehnt einen barrierefreien Ausbau des Zugangs aus Platzgründen ab. Nun haben zwei Bürger einfach selbst Hand angelegt.

Von Ellen Draxel

Die umstrittenen Treppenaufgänge am Aubinger Bahnhof werden instandgesetzt. Vom 29. Juli bis 1. August ist der Zugang in Richtung Ortskern daher gesperrt - das hat die Bahn jetzt angekündigt. Die Sanierung ist dringend notwendig: Der Zustand der Stufen ist derart bröckelig, dass es bereits mehrfach zu Stürzen kam. Bürger und Lokalpolitiker hatten zuletzt massiv Reparaturen gefordert, sahen sie doch die Verkehrssicherheit des Aufgangs als nicht mehr gegeben an. Eine barrierefreie Gestaltung der Unterführung und des Zugangs zu den Gleisen bedeutet diese Instandsetzung allerdings nicht. Die vorhandene Breite der Treppen, so das Münchner Bahnhofsmanagement, sei "gerade ausreichend für die aktuellen Verkehrsströme, weshalb eine zusätzliche Schieberampe zu einer unzulässigen Treppenverengung und Einschränkung des Sicherheitsgefüges" und zur Beeinträchtigung von Flucht- und Rettungswegen führen würde.

Die Forderung nach einer barrierefreien Verbindung zwischen Aubing und Neuaubing ist nicht neu, sie besteht bereits seit 30 Jahren. Passiert aber ist bislang nichts: Wer einen Rollator hat, mit Krücken, Kinderwagen oder mit dem Rad unter den Gleisen durch möchte, muss sich nach wie vor über viele Treppen quälen. Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, bleibt dieser Weg komplett verwehrt. Das hat auch zur Folge, dass viele Aubinger den neuen Edeka an der Colmdorfstraße auf der Südseite des Aubinger Bahnhofs nicht nutzen können. Außerdem erschweren die Stufen das Zusammenwachsen der Stadtteile. Die Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing hat deshalb schon vor vier Jahren eine von Architekten entworfene barrierefreie Vision mit einer Rotunde als Verbindungsvariante vorgestellt. Doch die Stadt favorisierte 2019 eine Rampe im Norden, zumal der Freistaat diese Kosten übernommen hätte. Inzwischen liegt beides auf Eis, die Verbindung muss warten.

Denn der Stadtrat entschied sich für die Durchführung eines städtebaulichen Wettbewerbs für diesen Bereich - auf Bitten der Mehrheit im Bezirksausschuss. Seit einigen Tagen gibt es aber nun zumindest eine provisorische Schiene für Fahrräder, die den Durchgang erleichtern soll. Die Aubinger Werner Dilg und Johannes Ney haben das Hilfskonstrukt aus Holz gebaut. Geht es nach den beiden, soll die Schiene auch nach der Renovierung wieder angebracht werden. Die Bahn hat das Duo dafür bereits um Genehmigung gebeten. Eine Doppelrampe für Kinderwagen war vom Bahnmanagement zuvor schon abgelehnt worden.

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