Café Käthe:Ein Traum aus Kuchen

Café Käthe

Das Café für jeden: Im Café Käthe in der Au lässt es sich wunderbar bei einer Tasse Kaffee versacken.

(Foto: Florian Peljak/Florian Peljak)

Für alle, die genug haben vom turbulenten Alltag, gibt es in Haidhausen einen Ort zum Entschleunigen: Im Café Käthe erinnert vieles an vergangene Zeiten.

Von Tiana Zoric

Wer auf seinen Chai Tea Latte am Morgen verzichten kann und auch kein großer Anhänger komplizierter Kaffee-Art-Kreationen ist, der ist im Café Käthe in der Gebsattelstraße genau richtig. In dem Lokal in der Au lässt es sich gut entspannen. Erinnerungen an alte Zeiten werden wach: In dem ehemaligen Kolonialwarengeschäft gibt es Kaffee und Kuchen wie bei Oma.

Nur sechs Tische hat das kleinen Lokal - zwei außen und vier drinnen. Reservieren geht nicht. Denn "es soll immer ein Tisch frei sein, falls jemand aus der Nachbarschaft vorbeikommt", sagt Betreiberin Vera von Rimscha. Auf einem der gemütlichen Sofas kann man wunderbar versacken, und sanfte Jazzmusik weckt das Gefühl, in eine ganz andere Welt abseits der Großstadt eingetaucht zu sein. Eine große Auswahl an Büchern und Zeitschriften ersetzt das Wlan und unterdrückt jede Versuchung zu arbeiten.

Die ganze Einrichtung erinnert an wohlige Momente bei Oma. Die meisten Möbel sind vom Flohmarkt. Nur die Theke stammt noch aus dem alten Ladengeschäft, das hier früher einmal war. Manchmal kann man auch Kunst betrachten. Denn das Café lässt immer wieder Künstlerinnen und Künstler ihre Werke ausstellen.

Café Käthe

Karierter Boden, zusammengewürfelte Einrichtung - ein Blick ins und aus dem Café.

(Foto: Florian Peljak/Florian Peljak)

Mehr als 60 Jahre lang war in den Räumen ein Laden für alles gewesen. Die Inhaberin Katharina (Käthe) Arnold verkaufte, was das Herz der Kundschaft begehrte - von der Feinstrumpfhose bis zur Mandarinenkonserve. Auch Kaffee wurde dort geröstet. Es wird erzählt, dass Käthe und Dallmayr sogar gleichzeitig anfingen, Kaffee zu rösten. Doch bei ihr blieb der große Erfolg aus.

Café Käthe

Früher wurden hier Bohnen geröstet. Heute kommt man zum Kaffeetrinken.

(Foto: Florian Peljak/Florian Peljak)

Käthe Arnold ist immer noch im Namen des Cafés präsent, doch sonst erinnert, mit Ausnahme der Theke, nicht mehr viel an die ehemalige Hausherrin. Seit 13 Jahren betreibt Vera von Rimscha das Lokal. Bohnen werden nicht mehr vor Ort geröstet, sondern stammen aus der Kaffeerösterei Vits. Für 3,10 Euro bekommt man einen Cappuccino mit herrlich lockerem Milchschaum. Semmeln und Brote kommen vom KO-Back Kollektiv aus Schwabing, einer der ersten Bio-Bäckereien in München. Alles lokal, ohne weite Transportwege. Doch das eigentliche Highlight des Cafés sind die traumhaften Kuchen und Kekse.

Café Käthe

Die Haselnusskringel und Kekse backt die Betreiberin Vera von Rimscha selbst.

(Foto: Florian Peljak/Florian Peljak)

Wer geht da hin?

Für Vera von Rimscha ist klar, dass ihr Café für die Nachbarschaft gedacht ist: "Während des Lockdowns haben sie mich sehr unterstützt." Davon will sie etwas zurückgeben. Den Nachbarn natürlich, aber auch sonst will sie, dass jeder einen Platz im Café Käthe findet. Auch für Familien ist etwas geboten, denn es gibt eine komplette Ecke mit Spielsachen für die Kinder.

Was gibt es da und was kostet es?

Zwar findet die Gastgeberin, ihr Frühstücksangebot sei ausbaufähig, doch es ist sowohl für herzhafte als auch für süße Frühstücker etwas dabei: butterzarte Croissants (2 Euro), belegte Brote (ab 3 Euro) oder ein Schälchen Obst (4 Euro). Bestellt wird an der Theke, die eine ganze Ladung an Leckereien offenbart.

Café Käthe

Bei der großen Auswahl an Kuchen und Torten ist für jeden Geschmack etwas dabei.

(Foto: Florian Peljak/Florian Peljak)

Ein absolutes "Must-try" sind die Kuchen. Die backt Vera von Rimscha selbst - aus einem einfachen Grund: Sie leidet unter Zöliakie. Durch die Glutenunverträglichkeit musste sie auf Alternativen umsteigen. "Eines Tages stand ich hinter der Theke und mir fiel auf, dass ich nichts von den Sachen essen kann", sagt sie. Seitdem backt sie verschiedenste Kuchen und Kekse - alle glutenfrei. Ein Stück Blaubeertarte gibt es für 3,10 Euro, ein Stück Torte ab 3,80 Euro.

Auch für Menschen mit anderen Essgewohnheiten oder -bedürfnissen gibt es ein Angebot: laktosefrei, nussfrei, vegetarisch oder vegan. Fleischliebhaber kommen hier allerdings nicht auf ihre Kosten.

Café Käthe, Gebsattelstraße 34, 81541 München, Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr. Webseite: cafekaethe.blogspot.com

© SZ/tzo/sim
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