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Christopher Street Day:Münchner Stadion doch noch bunt

FC Bayern Muenchen v TSG Hoffenheim - Bundesliga

Signalwirkung bereits beim Spiel des FC Bayern München gegen Hoffenheim im Januar.

(Foto: Getty Images)

Auf das Verbot der Uefa beim EM-Spiel gegen Ungarn hatte der FC Bayern keinen Einfluss. Doch am Samstagabend soll die Arena in Fröttmaning nun in allen Regenbogenfarben leuchten.

Das Verbot der Uefa kam in München und international nicht gut an: Die Stadt hätte die Arena beim EM-Spiel gegen Ungarn gerne in den Farben des Regenbogens gesehen, als deutliches Zeichen für Toleranz. Doch der Uefa als Übergangs-Hausherrin war dies zu politisch.

Nun ist der FC Bayern wieder Herr im eigenen Stadion und will es bunt erstrahlen lassen: Anlässlich des "Christopher Street Day" werde die Allianz Arena am Samstagabend drei Stunden lang bunt erleuchtet, teilte der Club mit.

Damit will der deutsche Fußball-Rekordmeister "wie bereits in den vergangenen Jahren ein weltweit sichtbares Zeichen für Toleranz sowie gegen Homophobie und Diskriminierung jeder Art" setzen.

Die Beleuchtung des Stadions in Regenbogenfarben war vor dem letzten deutschen EM-Gruppenspiel gegen Ungarn zum Streitthema geworden, weil die Europäische Fußball-Union einen entsprechenden Antrag der Stadt abgelehnt hatte. Der Dachverband hatte dies damit begründet, dass der Antrag mit Blick auf das Ungarn-Spiel politisch motiviert gewesen sei.

Auch wenn das Stadion zweifarbig blieb, wurde es dafür in der Stadt selbst bunt - und auf dem Windrad gleich neben der Arena.

Hintergrund der Debatte ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt. Die Regenbogenflagge steht als Symbol für die Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

"Der FC Bayern möchte einmal mehr ein klares Signal aussenden, dass er für Weltoffenheit und Vielfalt steht. Diskriminierung und Ausgrenzung dürfen weder im Sport noch in unserer Gesellschaft Platz haben", wurde Präsident Herbert Hainer vom FC Bayern zitiert.

Der Münchner Spielführer Manuel Neuer hatte zuletzt bei den Spielen der Nationalelf eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben getragen.

© SZ/dpa/kaeb
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