„Von der Wohnung aus konnte ich den Himmel sehen, wissen Sie, was das für ein Glück ist?“ Anshika Singh spricht von ihrem ersten Tag in München, der gleichzeitig auch ihr erster in Deutschland war, im Juli 2015. Ihr frisch angetrauter Mann hatte sie gerade vom Flughafen abgeholt, die beiden schaukeln von dort mit S-Bahn und Tram weiter in die künftig gemeinsame Wohnung am Olympiapark. Kaum über der Schwelle leuchtet durch die großen Scheiben das Blau des Firmaments ins Apartment. Dort, wo die junge Maschinenbauingenieurin bis dahin gelebt hat, unvorstellbar: „In Delhi ist es so schmutzig, und wenn Sie aus dem Fenster schauen, gibt’s immer nur Gebäude, Gebäude, Gebäude“. Spricht’s und baut lachend mit tanzenden Händen eine imaginäre Wand.
Indische Community in München„Ich wollte Teil des Systems sein, damit ich auch mal was bewirken kann“
Lesezeit: 7 Min.

Diese Frau liebt Tempo: Vier Jahre nachdem Anshika Singh zum ersten Mal deutschen Boden betreten hat, wird die gebürtige Inderin in der neuen Heimat eingebürgert.
Johannes SimonVor elf Jahren ist Anshika Singh von Delhi nach München gekommen, mittlerweile ist sie Mitglied in der CSU und längst eingebürgert. Was Disziplin und ihr Wunsch, ein Wörtchen mitzureden, damit zu tun haben – und ihre modern arrangierte Ehe.
Von Andrea Schlaier
