Der Mann hat versucht, das Grauen zu vergessen. „Ich habe das eigentlich total verdrängt“, sagt der heute 43-Jährige, als er auf dem Zeugenstuhl sitzt. Aber dann schildert er doch Bilder, die ihn seit dem 13. Februar 2025 nicht mehr loslassen. Das Bein der Frau zum Beispiel. Es steckte im Radkasten des Mini, mit dem ein Attentäter im vergangenen Jahr in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi in München gefahren war. „Ich würde sogar sagen, bis überm Knie“, sagt der Zeuge. „Das Bild hab’ ich noch vor Augen und das krieg’ ich auch nicht mehr raus.“ Und dann sind da die Geräusche: Die Schreie der Frau hat er weiterhin im Kopf. „Sie muss schlimme Schmerzen gehabt haben.“
GedenkenWarum der Anschlag auf die Verdi-Demo in München nicht vergessen werden darf
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Nach 19 Verhandlungstagen haben im Prozess gegen den Attentäter Farhad N. alle Augenzeugen und Geschädigten ausgesagt. Ihre Schilderungen zeichnen ein Bild des Grauens – doch sie sind wichtig, um die Erinnerung lebendig zu halten.
Von Linus Freymark
