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Restaurant Goldig am Platzl:Von Schuhbecks Barock befreit

Im Lokal Goldig sorgt ein italienisches Küchenteam für klassische italienische Gerichte.

(Foto: Catherina Hess)

Das Goldig am Platzl ist ein typisch münchnerisches italienisches Lokal geworden

Von Franz Kotteder

Früher dachten die Menschen, das ganze Platzl im Herzen Münchens gehöre dem berühmten Koch Alfons Schuhbeck. Das stimmte zwar schon damals nicht, weil das Platzl hauptsächlich dem Freistaat, der Messerschmitt-Stiftung und der Familie Inselkammer gehört. Schuhbeck beherrschte nur große Teile der Gastronomie dort. Inzwischen hat er sein Reich sogar ein bisschen verschlankt. Das ehemalige Fine-Dining-Restaurant Alfons sollte zwar ursprünglich als Sterne-Restaurant mit neuem Küchenchef wieder auferstehen, aber daraus wurde nichts.

Vor sechs Wochen eröffneten dort die beiden rührigen Damen Irene Scopel und Lisa Strauss ihr recht typisch münchnerisches italienisches Lokal Goldig. Die beiden sind in der Gastro-Szene gut bekannt; zusammen haben sie fünf Jahre lang die Weinbar Das kleine Kameel im Hofgraben geführt, auch als eine Hommage an die Wiener Institution Schwarzes Kameel. Das ehemalige Alois, das jahrzehntelang Boettners hieß, haben sie behutsam vom Italo-Barock befreit, das italienische Küchenteam sorgt für klassische italienische Gerichte, und die beiden Inhaberinnen für die ausgelassen herzliche Stimmung. "Für uns ist es ein Segen, dass das Restaurant frei wurde", sagt Irene Scopel, "jetzt haben wir endlich einmal Platz, das zu machen, was wir immer machen wollten."

Im Herbst und Winter können sie dann zudem noch den Innenhof bespielen sowie die angrenzende Orlando-Bar, denn auch die will Schuhbeck abgeben. Das kleine Kameel bleibt übrigens bestehen, zwei Gastroprofis vom Tegernsee und aus der Küche des Halali, Georg Weber und Stefan Aumaier, wollen es weiterbetreiben (Goldig, Pfisterstraße 9, täglich außer Sonntag 11-23 Uhr, Telefon 24 21 03 72, www.goldig-muc.de).

Ein anderer sehr münchnerischer Italiener wandelt sich gerade. Das Garbo in der Kaiserstraße 67 wird jetzt zum Garbo by the sea. Die Inhaber Pamela und Andre Bahlo, die auch die Pescheria in der Fraunhoferstraße betreiben, machen aus der Pizzeria nun auch ein Fischlokal. Pizza aus dem Holzofen soll es zwar weiterhin geben, der Schwerpunkt liegt aber auf Fisch, den man wie in der Pescheria selbst aus der Vitrine auswählen kann. Los geht es mit dem neuen Konzept am kommenden Donnerstag (Kaiserstraße 67, Telefon 34 93 59, www.garbobythesea.de).

© SZ vom 14.08.2020

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