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Zwei-Sterne-Koch:Burger gegen die Krise

Burger, japanischer! Nakamura in seinem Umai Streetfood Market.

(Foto: Stephan Rumpf)

Tohru Nakamura eröffnet seinen "Umai Streetfood Market" in bester Lage in der Münchner City - und alle Gerichte gibt's zum Mitnehmen.

Von Franz Kotteder

Köche sollten kreativ sein, wenn sie etwas reißen wollen, aber gleich so kreativ? Eigentlich dachte Tohru Nakamura, Zwei-Sterne-Koch aus dem ehemaligen Schwabinger Werneckhof, mit seinem Pop-up-Restaurant Salon Rouge in der Burgstraße 5 hätte er sein Soll an Kreativität erfüllt, um über die Corona-Krise zu kommen. Ein Monat lang lief das Projekt im ersten Stock der früheren Gastwirtschaft "Hofer - der Stadtwirt" prächtig. Bis in den März hinein war man ausreserviert, aber dann kam der zweite Lockdown, und Schluss ist's erst mal wieder mit dem roten Salon.

Wenn Fine Dining gerade nicht geht, dann eben Streetfood, sagte sich Nakamura, der schon einschlägige Erfahrungen hat. Beim ersten Lockdown machte er kurzerhand einen japanischen Imbiss mit Fried Chicken auf. Japanisch wird's auch diesmal, da bleibt der Münchner bei seinen Wurzeln, und wieder ist alles zum Mitnehmen. "Der Innenhof des Lokals in der Burgstraße ist dafür wunderbar geeignet", sagt er, "von der Dienerstraße aus kann man rein, auf der anderen Seite geht es wieder raus auf die Burgstraße." Das alles mitten in München, direkt am Rathaus.

An diesem Donnerstag um 11.30 Uhr geht es nun los mit dem "Umai Streetfood Market by Tohru", danach läuft er jeweils dienstags bis samstags von 11.30 Uhr bis 18 Uhr. Auch diesmal steht Huhn auf der Speisekarte, aber natürlich wiederholt Nakamura nicht einfach nur seinen Erfolg aus dem Frühjahr. Diesmal gibt es einen "Yakitori Burger" mit Maishendl vom Grill, Spitzkohl, Sojazwiebeln, Fenchel-Pickles und Spicy Crunch (13,50 Euro); ersatzweise einen vegetarischen "Hokkaido Burger" (12,50 Euro) mit Kürbiskrokette, Ingwer-Mayo, Zwiebel-Pickles und Kürbiskernen.

Als Beilage empfiehlt der Küchenchef "Crazy Potatoes" mit Misoaubergine, Sesamsauce, Kräutermayo und Wasabi-Sobacrunch zu fünf Euro. Und weil das alles sehr japanisch ist, gibt es zum Trinken keinen Glühwein, sondern einen "Glühsake", bestehend nicht nur aus heißem Reiswein, sondern auch mit einem Schuss "Kinobi Kyoto Dry Gin". Vielleicht sieht man danach ja zwei Sterne

© SZ vom 12.11.2020/van/vewo
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