Gastronomie in der InnenstadtIm Café Guglhupf ist schon wieder Schluss – nach nicht mal einem Jahr

Lesezeit: 2 Min.

Mussten nach nicht einmal einem Jahr erkennen, dass ihr gemeinsames Konzept nicht aufgeht: Konstantin Graf von Keyserlingk, Darius Faltenbacher, Stefanie Brunner und Michael Faltenbacher (von links).
Mussten nach nicht einmal einem Jahr erkennen, dass ihr gemeinsames Konzept nicht aufgeht: Konstantin Graf von Keyserlingk, Darius Faltenbacher, Stefanie Brunner und Michael Faltenbacher (von links). Stephan Rumpf

Drei gastronomische Betriebe wollten sich das traditionsreiche Lokal in der Innenstadt teilen. Doch das innovative Konzept ging nicht auf – aus verschiedenen Gründen.

Von Jacqueline Lang

SZ bei Google bevorzugen

Erst waren es drei Konzepte, dann schnell nur noch zwei, schließlich nur noch eins. Und jetzt, nach nicht einmal einem Jahr, haben sich die Nachfolger des einstigen Café Guglhupf entschieden, die Kaufingerstraße 5 unweit vom Marienplatz schon wieder zu räumen. Ihre Pläne, das muss einer der Betreiber, Konstantin Graf von Keyserlingk, zugeben, sind am Ende einfach nicht aufgegangen.

Von Anfang an war klar, dass weder das Café „Zum Herzkindl“ noch die Bar „Stazione di Aperitivo“ oder die „Marienplatzalm“ – die drei hatten sich die Räumlichkeiten geteilt – von Dauer sein würden: Denn der Vermieter, die Dibag, hatte schon dem Café Guglhupf klargemacht, dass das Gebäude einmal abgerissen werden soll. Allerdings hatten von Keyserlingk und sein Geschäftspartner Michael Faltenbacher einen Mietvertrag für zweieinhalb Jahre ausgehandelt – mit einer, so klang es noch im August 2025, durchaus realistischen Option auf Verlängerung. Doch zumindest mit ihnen werde es mitten in der Innenstadt nicht weitergehen, berichtet von Keyserlingk am Telefon.

Los ging es damit, dass die Café-Betreiberin Stefanie Brunner Anfang November das Team verließ. Brunner selbst wollte sich damals auf Nachfrage nicht zu den Gründen für das Aus äußern, von Keyserlingk sagt heute, man habe schlicht „nicht harmoniert“, es habe zu viele Reibungspunkte gegeben. Schnell habe man erkannt, dass die gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten im Erdgeschoss „kein tragfähiges Modell“ sei. Gleichwohl sei durch den Wegfall des Cafés eben auch ein Teil des ursprünglichen Konzepts weggebrochen, den die Bar nur teilweise habe auffangen können. Denn die Stazione di Aperitivo war als Bar ja nur auf Abendbetrieb ausgelegt.

Womit man dann aus Sicht von Keyserlingks bei Problem Nummer zwei wäre: Obwohl das zu Beginn anders kommuniziert worden sei, habe es recht schnell Ärger mit Anwohnern gegeben. Bereits kurz nach der Eröffnung sei die Polizei mehrmals bereits gegen 19 Uhr auf der Matte gestanden: Es sei zu laut. Es habe sich daher schnell gezeigt: Die Kaufingerstraße ist auch für ihr Barkonzept „nicht der richtige Ort“. Denn auch wenn die Marienplatzalm im ersten Stock, die von Keyserlingk betreibt, gut funktioniert habe: Auf einem gastronomischen Betrieb, der nur auf Käsefondue in den Wintermonaten ausgelegt ist, lässt sich kein ganzes Konzept gründen.

Die Kaufingerstraße 5 steht nun bis auf Weiteres wieder leer.
Die Kaufingerstraße 5 steht nun bis auf Weiteres wieder leer. Stephan Rumpf

Man muss allerdings sagen: Zumindest für seine Alm und die Bar ist es ja kein komplettes Aus, im Glockenbachviertel soll es weitergehen. Dort wird von Keyserlingk von kommendem Herbst an erneut die Gärtnerplatzalm betreiben, an der Corneliusstraße, und aus der Stazione di Bufala wird die Stazione di Aperitivo, sprich: Wie in der Kaufingerstraße gibt es nun neben kalten Vorspeisen auch warme Gerichte wie Pinsa. An diesem Dienstag, 5. Mai, wollen sie den Neustart dort von 17 Uhr an feiern.

Doch wie wird es am Standort des einstigen Café Guglhupf weitergehen, wenn insgesamt drei doch sehr unterschiedliche Konzepte nicht funktioniert haben? Von Keyserlingk sagt, auf die Entscheidung der Dibag habe er keinen Einfluss, in die Verhandlungen über mögliche Nachfolger sei er aber insofern involviert, als er noch eine Konzession besitze, die auch die Freifläche auf der Kaufingerstraße selbst einschließt – eine Konzession, die so neu nicht mehr vergeben werde. Er aber wäre bereit, die Konzession weiterzugeben.

Allerdings, auch das sagt von Keyserlingk: Es sei eher unüblich, dass sich ein Immobilienunternehmen überhaupt auf eine Zwischennutzung einlasse, wenn schon klar sei, dass das Gebäude einmal abgerissen werden soll. Immerhin sei ein gastronomischer Pop-up, wie sich nun einmal mehr an ihrem Beispiel gezeigt habe, auch immer ein Wagnis. Allein, so viel scheint sicher: Interessenten, die, wie Giesinger Bräu oder die Betreiber der Kneipe 80, allein auf den Ausschank von Alkohol setzen, kommen wohl nach aktuellem Stand nicht als Nachfolger infrage. Von Keyserlingk könnte sich eher einen Tagesbetrieb vorstellen, vielleicht sogar ähnlich dem Café Guglhupf. Fest steht aber noch nichts, bis auf Weiteres bleiben die Räumlichkeiten damit leer.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Luxusgastronomie im Königshof
:Was das Gourmetrestaurant Raya so besonders macht

Der Gastronom Moritz Haake und der frühere Sternekoch Johann Rappenglück wollen nach den Michelin-Sternen greifen. Eine besondere japanische Fine-Dining-Idee verlangt den Gästen des Raya im Königshof einiges ab – Pünktlichkeit zum Beispiel.

SZ PlusVon Astrid Becker

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: