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Münchner Innenstadt:Fußgängerzone soll an der Dienerstraße erweitert werden

Die Dienerstraße in der Münchner Altstadt - vom Rathaus aus fotografiert.

Das Ende der Fußgängerzone in der Dienerstraße soll um ein gutes Stück verschoben werden, sodass Passanten mehr und Autos weniger Platz haben.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der autofreie Bereich soll um etwa 70 Meter länger werden - die Pläne sehen aber nur eine "Fußgängerzone light" vor.

Von Andreas Schubert

Die Fußgängerzone in der Innenstadt soll bald wieder wachsen - zumindest ein bisschen. Wie aus einer Vorlage des Planungsreferats hervorgeht, soll die bisherige Fußgängerzone in der Dienerstraße erweitert werden. Die Straße ist derzeit zwischen Marienplatz und Landschaftsstraße den Passanten vorbehalten. Dies soll künftig bis zur Grenze des Hauses Dienerstraße 12 gelten.

In diesem Gebäude ist unter anderem der Manufactum-Laden untergebracht. Gleich daneben, in den Hausnummern 14 und 15, ist der Sitz des Feinkosthauses Dallmayr. Wer hier einkaufen geht, muss sich bislang mit einem relativ schmalen Fußgängerweg begnügen, auf dem es zu Stoßzeiten, etwa an Samstagen, regelmäßig ziemlich eng wird, an das derzeit vorgeschriebene Abstandhalten ist hier nicht zu denken.

Ältere und gehbehinderte Menschen könnten das Zentrum an dieser Stelle aber nach wie vor erreichen, denn Taxi- und Behindertenstellplätze blieben den Plänen zufolge erhalten. Diese würden für die nächsten Jahre auf die Höhe der Hausnummer 12 verlegt und dort so lange bleiben, bis die Bauarbeiten zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke abgeschlossen sind und der Marienhof wieder hergestellt ist. Das wird sich noch einige Zeit hinziehen: Nach derzeitigem Stand wird bis zum Jahr 2028 an der Stammstrecke gebaut. Danach soll die Stadt die gesamte Dienerstraße als Fußgängerzone ausweisen, die Stellplätze werden dann in die Schrammerstraße verlegt.

Vorerst wird der besagte, etwa 70 Meter lange Abschnitt der Dienerstraße also zu einer Art Fußgängerzone light. Denn die Zufahrt zum Rathaus mit dem Fahrrad soll weiterhin möglich sein, weil es dort im Innenhof und an der Landschaftsstraße Radstellplätze gibt. Auch für den Liefer- und Baustellenverkehr soll es Ausnahmegenehmigungen geben. Die Zufahrt für private Autos ohne Ausnahmegenehmigung ist schon heute verboten, die Parkplätze sind schon seit dem vergangenen Jahr Geschichte.

Wegen der Bauarbeiten für die zweite Stammstrecke wird die Dienerstraße noch einige Male aufgegraben.

Wie die Dienerstraße dann von 2028 an aussehen wird, ist noch offen, eventuell werden die Fahrradstellplätze in der Landschaftsstraße an eine andere Stelle verlegt, was eine echte Fußgängerzone möglich machen würde. Doch schon jetzt will die Stadt die Aufenthaltsqualität steigern, weshalb die Höhe der derzeitigen Fußwege und der Fahrbahn angeglichen werden soll. Das würde die Enge auf dem heutigen Gehweg beenden. Erfahrungen aus der Sendlinger Straße haben laut Wirtschaftsreferat gezeigt, dass die währen der Testphase der dortigen Fußgängerzone noch abgesenkte, frühere Fahrbahnfläche bei Flaneuren nicht gut ankam.

Allerdings wird auch ein provisorischer Umbau der Dienerstraße nur ein eingeschränktes Fußgängerzonen-Gefühl bieten. Denn die Bahn wird im Zuge der Baumaßnahmen die Straße voraussichtlich noch einige Male für Brunnenbohrungen und Messanlagen aufgraben müssen. Deshalb soll, so schlägt es das Wirtschaftsreferat vor, die höhengleiche Anpassung noch nicht mit dem endgültigen Belag für eine Fußgängerzone gepflastert werden. Auf jeden Fall, so fordert es Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU), sollte die Stadt vor Beginn der Maßnahme die ansässigen Geschäftsleute mit einbeziehen. Wann die Umgestaltung beginnen kann, muss die Stadtverwaltung dann auch noch mit der Bahn absprechen.

© SZ vom 27.05.2020/flud

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