Verkannt und ermordetWer war Alois Dallmayr?

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Alois Dallmayr im Selbstbildnis  „Dr. Dallmayr. Spezial-Arzt für Psychiatrie“ (1911 und 1913). Fotos von ihm können nicht mehr gefunden werden. Die Art seiner Selbstdarstellung sowie die Texte deuten darauf hin, dass sich Dallmayr als queere Persönlichkeit verstand.
Alois Dallmayr im Selbstbildnis  „Dr. Dallmayr. Spezial-Arzt für Psychiatrie“ (1911 und 1913). Fotos von ihm können nicht mehr gefunden werden. Die Art seiner Selbstdarstellung sowie die Texte deuten darauf hin, dass sich Dallmayr als queere Persönlichkeit verstand. Sammlung Prinzhorn, Universitätsklinikum und medizinische Fakultät der Universität Heidelberg

Alois Dallmayr, der Neffe des berühmten Münchner Kaufmanns, will eigentlich Psychiater werden. Stattdessen verbringt er als Patient Jahrzehnte in Anstalten – bis er ein „Euthanasie“-Opfer der Nationalsozialisten wurde.

Von Benedikt Karl

Dass der Gang in die Klinik Jahrzehnte später solch ein grausames Lebensende für ihn bedeuten sollte, dürfte Alois Dallmayr nicht geahnt haben, als er im Jahr 1911 die Psychiatrie in der Nußbaumstraße betrat. Wer den Namen heute hört, wird wahrscheinlich eher an das Delikatessenhaus oder an Kaffeespezialitäten denken als an das Schicksal, das den Neffen des berühmten Kaufmanns gleichen Namens ereilte. Neben einer unternehmerischen Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert, steht der Name Alois Dallmayr für ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte: Er ist einer von mehr als 2000 Münchnerinnen und Münchnern, die zu Opfern des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms wurden.

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