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Allach/Untermenzing:Zur Abwechslung ein Austausch

Der Verkehr auf der Eversbuschstraße, hier an der Einmündung Ludwigsfelder Straße, ist nur einer von vielen neuralgischen Punkten im Stadtbezirk.

(Foto: Robert Haas)

Lokalpolitiker laden Vertreter des neuen Mobilitätsreferats zum Dialog über Verkehr ein

Von Anita Naujokat, Allach/Untermenzing

Auf Dialog setzen statt eines erneuten formalen Antrags will der Bezirksausschuss (BA) bei der Lösung von Verkehrsproblemen im Stadtbezirk. Das Gremium lehnte mehrheitlich einen Antrag von Isabella Wach (ÖDP) nach einem Verkehrsgesamtkonzept für Fußgänger, Radfahrer, öffentlichen Personennah- und motorisierten Individualverkehr ab. Isabella Wach, einzige Vertreterin der gemeinsamen FW/ÖDP-Liste im Gremium, forderte explizit ein "neu gedachtes Konzept" für die Eversbusch- und deren Parallelstraßen, die Umgestaltung des Nadelöhrs an der Allacher Straße, die Erhöhung der Sicherheit für Radler, eine Erweiterung des S-Bahn-Takts, Busverbindungen und ein Parkraummanagement am Allacher S-Bahnhof.

Fast alles Themen, für die es in der Vergangenheit schon zig Anträge an die Verwaltung gegeben hatte, mit deren Antworten der BA entweder nicht zufrieden gewesen sei oder die noch, wie beim Nahverkehrsmobilitätskonzept, ausstünden, hieß es unisono. Statt den nächsten "formalen Antrag" auf den Weg zu bringen und wieder nur eine fristgerechte "formale Antwort" zu erhalten, schlug der BA-Vorsitzende Pascal Fuckerieder (SPD) vor, den direkten Dialog mit dem seit Januar bestehenden Mobilitätsreferat zu suchen und die Probleme direkt zu thematisieren. Auch Ingrid Haussmann (parteifrei) fand dies einen "probaten Weg". Der BA könne den Antrag ja immer noch nachschicken. Man könne ja beides tun, die Experten einladen und den Antrag stellen, wandte Julia Zimprich (Grüne) ein. Auch für Isabella Wach schloss das eine das andere nicht aus. "Die Stadtplaner sollten noch mal einen anderen Blick darauf haben und haben vielleicht auch ganz andere Ideen", sagte sie.

Er könne das Wort "Gesamtkonzept" langsam nicht mehr hören, sagte hingegen Grünen-Sprecher Falk Lamkewitz, Vorsitzender des Unterausschusses Umwelt und Verkehr. Solche Forderungen nutze die Stadt eher dazu, sie erst einmal beiseitezulegen. Zudem gebe es im Stadtbezirk so viele Situationen, dass ein Gesamtkonzept schon gar keinen Sinn mehr mache. Vielmehr sollte sich der BA einzelne Punkte herausgreifen und auf Dinge fokussieren, die man nicht so im Auge habe. Und was das Parkraummanagement angehe, erwarte er sich wenig Resonanz von den Anwohnern, sagte Lamkewitz: Dies sei als eigenes Thema zu vertiefen. Der Antrag sei so unverbindlich, dass man alles und nichts daraus ableiten könne. Auch Friedrich Schneller (SPD) hielt das Ansinnen für "zu ungenau" und plädierte dafür, es zurückzustellen.

In der Folge wurde der Antrag letztlich abgelehnt. Das Votum der BA-Mitglieder für eine Einladung von Experten aus dem Mobilitätsreferat erfolgte dagegen einstimmig.

© SZ vom 13.01.2021/van
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