Gut zwei Wochen ist das Bierverkaufsverbot im Uni-Viertel in Kraft gewesen, nun hat die Stadt angekündigt, es „außer Vollzug“ zu setzen. Konkret bedeutet das: Vom kommenden Freitag an dürfen die fünf betroffenen Kioske auch nach 22 Uhr wieder Flaschenbier verkaufen, parallel dazu wird auch das Verbot zum Verkauf von To-go-Alkohol für die konzessionierte Gaststätte ausgesetzt – zumindest vorerst.
Zweiter Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) begründet das so: „Junge Menschen brauchen in unserer Stadt Räume, wo sie sich aufhalten und feiern können, das gilt insbesondere für das Uni-Viertel.“ Zudem seien günstige Alternativen wie Kioske wichtig, „um Gemeinschaft unabhängig vom Geldbeutel zu ermöglichen“. Denn, so Krause in einer Pressemitteilung: Gerade junge Leute hätten häufig nicht das Geld, um sich teure Bar- und Kneipenbesuche zu leisten.
Das bedeutet für Krause aber nicht, dass die Beschwerden der Anwohner damit vergessen sind. Vielmehr betont er: „Die Interessen der Anwohnenden sind vollkommen berechtigt und es ist inakzeptabel, wenn Bürgersteige mit Glasscherben übersät sind und Hinterhöfe und Hauseingänge als Toiletten missbraucht werden.“ Er will die Straßen häufiger reinigen lassen und sieht die Kioskbetreiber in der Verantwortung, für Ruhe zu sorgen.
Ergänzend will Krause zudem das Allparteiliche Konfliktmanagement (AKIM) und die Moderation der Nacht (MoNa) nochmals verstärkt einsetzen. Gemeinsam mit ihnen soll nach Lösungen gesucht werden, „die ein gutes Miteinander sicherstellen“. Sollte all das jedoch nichts bringen, warnt Krause, könnte das Bierverbot erneut zum Einsatz kommen.

