Adevantgarde-Festival in MünchenEin faszinierender Abend der Lieder

Lesezeit: 1 Min.

Bariton Ansgar Theis interpretierte mit Kolleginnen die Kompositionen.
Bariton Ansgar Theis interpretierte mit Kolleginnen die Kompositionen. Christian Hartmann

Für ihre Kompositionen haben arrivierte Künstler und Künstlerinnen mit jungen Talenten zusammengearbeitet. Das Ergebnis ist beim Münchner „Adevantgarde-Festival“ im Schwere Reiter zu hören.

Kritik von Klaus Kalchschmid

Am Ende waren sie traulich vereint im Schwere Reiter: die Sopranistin Lisa Orthuber, der Bariton Ansgar Theis und Lauriane Follonier am Flügel – allesamt exzellente Musikerinnen und Musiker. Dazu kam bei drei Liedern von Moritz Eggert zum Abschluss des Konzerts unter dem Motto „Freund:innen“ noch mit Yann Windeshausen ein Performer an Schreibmaschine und anderem delikatem Schlagwerk.

„Wort Mensch Paradies“ hieß der kleine, launige Zyklus von einem der Gründer und Gründerinnen des Adevantgarde-Festivals, alle um die 60, die sich junge Kolleginnen ins Boot holen durften, so Eggert Marisa Algari, die mit „Von innen“ zwei dichte Vertonungen nach Nora Schramm beisteuerte.

Das Adevantgarde-Festival in München
:Was soll das sein, schöne Musik?

Ästhetische Explosionen statt genormter Wohlklang: Das Münchner Adevantgarde-Festival fordert die Zuhörenden heraus, unter anderem mit einem „Isarmärchen“. Was es damit auf sich hat.

Von Paul Schäufele

Neben Markus Schmitts drei Goetheliedern, darunter „Zwischen Weizen und Korn“, ein faszinierend neuartiges „Über allen Gipfeln ist Ruh“ und das feinhumorige „Liebhaber in allen Gestalten“ für Bariton und Klavier waren die beiden Lieder „über die Liebe und die Lasterhaftigkeit“ zart ironische Vertonungen, denen Sophie Reichs erstes Lied aus „Suche und Abschied“ an die Seite gestellt war mit seinen ruhigen, lang gezogenen Vokallinien des Baritons.

Helga Pogatschar präsentierte neben „Kathedralen des Anthropozäns“ für Video (drei magisch verhüllten Baustellen von Josef Baierlein), Samples und Synthesizer das per Zuspielung übermalte und aufgeraute berühmte „Lamento d’Arianna“ von Claudio Monteverdi, wie auch Katharina Schmauder zwei Lieder aus Robert Schumanns „Frauenliebe und -leben“ neu textierte und schraffierte.

Bernhard Weidner steuerte zwei Lieder nach Heinrich Heine („Im Traum sah ich die Geliebte“) und Oskar Loerke („Die Rast“) bei, deren virtuose Klavierbegleitungen ganz losgelöst vom Gesang waren, darin eingebettet Ines Lütges „Wo?“, eng angeschmiegt an die Klangsprache Weidners.

Markus Münch zeigte mit „Cranberry Sauce“ für Video (Clea T. White), Streichquartett und digitales Audio eine wilde, rasante Collage von Bildern und Covern zum seinerzeit aufwühlenden Gerücht, dass Paul McCartney von den Beatles tot sei. Dazu komponierte er eine vielschichtige Musik. Heftig kontrastierend dazu „Toccata VIII“ von Nina Deuse, zu Beginn das einzige rein instrumentale Stück des (Lieder-)Abends, Body Percussion und Klopfen auf den Korpus des Flügels eingeschlossen.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Bariton Konstantin Krimmel im Porträt
:Münchens neuer Don Giovanni

Bariton Konstantin Krimmel ist der junge Star im Ensemble der Bayerischen Staatsoper. Was die Zeit bei den Gebirgsjägern mit seiner Blitzkarriere zu tun hat und wie es sich anfühlt, nun die Titelrolle in der Eröffnungspremiere der Opernfestspiele zu singen.

SZ PlusVon Paul Schäufele

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: