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Verkehrssicherheit:ADAC bewertet Münchner Radwege schlecht

Münchens Radwege bekommen schlechte Noten - ausgerechnet vom Automobilklub ADAC. Der hat 18 stark frequentierte Routen mit einer Gesamtlänge von 77 Kilometern abgefahren und die meisten als "ausreichend" bewertet. Eine Strecke immerhin erhielt ein "Sehr gut", drei dagegen ein "Mangelhaft". Grundlage der Erhebung in insgesamt zehn deutschen Städten waren "Empfehlungen für Radverkehrsanlagen" der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Demnach sollen Radwege je Fahrtrichtung mindestens 1,6 Meter breit sein, im Regelfall zwei Meter.

"Unsere Mobilität ist im Wandel", sagt der Sprecher des ADAC Südbayern, Alexander Kreipl. Der Fahrradverkehr nehme zu, kurzfristige Maßnahmen wie Pop-up-Radwege seien keine Lösung. Auf Radwegen seien immer mehr Lastenräder, Räder mit Anhängern und E-Scooter unterwegs. Daher dürfe beim Bau neuer Radwege "die Mindestbreite nur eine Ausnahme" sein, so Kreipl.

Am schlechtesten abgeschnitten haben die Radwege von der Marienburger Straße in Bogenhausen zur Trogerstraße beim Klinikum rechts der Isar, die Strecke von der Clemensstraße in Schwabing hinunter ins Tal und eine Route vom Pasinger Bahnhofsplatz über die Rathoch- zur Prangerlstraße in Obermenzing. Testsieger ist, angesichts der Streckenauswahl nicht gänzlich überraschend, der bestens ausgebaute Radweg von Großhesselohe bis zur Ludwigsbrücke am östlichen Isarrufer. Die 7,20 Kilometer lange Route misst in weiten Teilen bis zu 3,70 Meter Breite.

© SZ vom 16.10.2020
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