Münchner Momente:Und damit zur Schlusspointe

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Münchner Momente: Manchmal genügt ein Gang um den Häuserblock in der Klenzestraße, und schon schreibt sich eine Kolumne wie von selbst.

Manchmal genügt ein Gang um den Häuserblock in der Klenzestraße, und schon schreibt sich eine Kolumne wie von selbst.

(Foto: Florian Peljak)

Sperrmüll, Hundekot und wüste Spray-Forderungen? Das bringt unsere neue Glossen-KI ganz locker in einer Kolumne unter.

Glosse von Philipp Crone

Eine Spazierrunde kann viel bewirken. Lokalkolumnisten gehen ja manchmal durchaus erst noch vor die Tür, ehe sie losschreiben. Atmo schlürfen, hat das bei der Süddeutschen Zeitung mal einer der früheren München-Ressortleiter genannt, die gerne dazu neigten, metaphorisch grobe Geschütze aufzufahren. Da Kolumnisten allerdings auch nicht Wärme abweisender sind als zum Beispiel Himbeereis, beschränkt sich in heißen Zeiten wie diesen die Runde manchmal auf nur einen Häuserblock. Wenn man den richtigen erwischt, schreibt sich die Kolumne von selbst.

Wie in diesem Fall, da hat das die gerade bei der SZ-Lokalredaktion im Praxis-Test befindliche und allein für lustige Texte entwickelte Künstliche Intelligenz übernommen, die Glossen-KI. Zu sehen waren für die Software in einem nicht näher zu bestimmenden Karree an der Klenzestraße: drei Haufen Hundekot, vier ehrenamtlich und uneigennützig eingerichtete spontane Sperrmüll-Abladestellen und eine Sprayer-Nachricht: "Aufwertung abfucken".

Man könnte jetzt also himbeereiskalt kombinieren, dass da ein Hundebesitzer beim Auflösen des Hausstandes nach einer weiteren Mieterhöhung eine Spraydose gefunden hat. Könnte sein, dann wäre die Kolumne aber schon zu Ende, dabei muss die Glossen-KI ja lernen, die traditionelle Drei-Absätze-Kolumne frühestens nach 50 Zeilen mit einer fulminanten Schlusspointe zu beenden, weil sonst besagte Metaphoriker in der Redaktion bemängeln könnten, der Text sei nicht vorschriftsmäßig gefertigt worden. Deshalb wechseln wir doch lieber gleich hinüber zum dritten Absatz, der von einem weiteren früheren Lokalchef analog zur Musik bezeichneten Reprise.

Nehmen wir also die Beobachtung in Absatz eins noch einmal auf, die erstaunlich spontanen Sperrmüll-Orte. Ein Ecksofa, bei dem man vermuten muss, dass es zuletzt die nicht so stubenreinen Hunde der Straße bewohnt haben. Hundert Meter weiter sind zwölf Paar einwandfreie Chucks abgelegt, das passt schon besser zum Viertel, da ist das Schuh-Zimmer irgendwann zu klein geworden. Und das wäre sie schon, die angekündigte fulminante Glossen-KI-Schlusspointe.

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