Müll am Fluss CSU will gegen Isar-Partys vorgehen

Wenn die Nächte in München wärmer werden, wird die Isar zur Partyzone. Zurück bleibt jede Menge Müll. Die CSU möchte nun dagegen vorgehen. Doch das zuständige Baureferat wiegelt ab: Es gebe "keine ausufernden Party-Exzesse".

Von Dominik Hutter

Das wilde Partytreiben an der Isar, bei dem regelmäßig der Müll liegen bleibt, ist nach Meinung der CSU so nicht länger hinnehmbar. "Ich hatte eigentlich gehofft, dass die Leute selbst vernünftig genug sind, ihren Abfall wieder mitzunehmen", seufzt Fraktionsvize Hans Podiuk.

Die Stadt, der Müll und der Isarstrand: übliche Hinterlassenschaften nach Grillpartys.

(Foto: Stephan Rumpf)

Da dies aber offenkundig nicht hinhaue, bestehe inzwischen Handlungsbedarf. Viele Möglichkeiten gebe es nicht, räumt der CSU-Politiker ein, "aber man müsste zumindest sozialen Druck aufbauen und an alle appellieren, auch zu schauen, was der Nachbar macht".

Das Baureferat plädiert dagegen dafür, den Ball flach zu halten. Die zuständige Behörde sieht erklärtermaßen "keine ausufernden Party-Exzesse". Das Müll-Problem sei stets an den ersten schönen Tagen, beim "Angrillen", besonders stark ausgeprägt.

Die CSU will sich nun dieses Themas annehmen. Denn das Problem habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft, hat Podiuk beobachtet. Seit der Isar-Renaturierung sei der Fluss bei den Münchnern noch beliebter geworden als er es ohnehin schon war. Da aber der Erlass neuer Satzungen wohl nicht weiterhelfe, müsse man über eine Art Kampagne nachdenken - ein Vorschlag, der gleichlautend auch von den Grünen kommt.

Stadträtin Sabine Nallinger, die sich auch um die OB-Kandidatur bewirbt, könnte es sich vorstellen, beispielsweise Mülltüten mit witzigem Aufdruck zu verteilen. Sinnvoll sei es allerdings auch, größere Abfallbehälter aufzustellen. Im Hirschgarten habe man damit gute Erfahrungen gemacht. Prinzipiell sieht Nallinger die Attraktivität der renaturierten Isar als positiv. Die vielen Scherben seien die "negativen Auswirkungen des Erfolgs".

FDP-Fraktionschef Michael Mattar hält die Müll-Debatte dagegen für übertrieben. "Ich sehe keinen Handlungsbedarf", erklärte er - man solle froh sein, dass der Fluss so gut angenommen wird. Die Isar sei "kein Biotop, sondern ein Bestandteil der Stadt". Auch bei der SPD gilt das Thema nicht als brisant. Stadträtin Claudia Tausend hält es für "wünschenswert, wenn die Leute ihren Müll wieder mitnehmen und nicht nur feiern."

Laut Baureferat werden die Isarufer im Sommer drei- bis viermal wöchentlich gereinigt. An einem warmen Wochenende fallen im Schnitt dreieinhalb bis vier Tonnen Müll an. Start der großen Putzaktionen, bei denen auf einem acht Kilometer langen Abschnitt bis zu zehn Leute eingesetzt werden, sei stets gegen sechs Uhr früh, damit die Ufer im Laufe des Tages wieder sauber sind. Für jene Flussbesucher, die ihre Abfälle nicht in freier Wildbahn entsorgen, stehen 75 Gittermüllboxen bereit.

So ganz ohne Kontrolle will die Behörde die Isar den Münchnern aber nicht überlassen. Bis zu 20 "Wächter" sind unterwegs, um wildes Grillen, das Hinterlassen von Müll und sonstige Auswüchse zu verhindern - dazu kommen Polizeistreifen. Müllsünder kommen meist mit Ermahnungen davon. Werden sie renitent, kann es aber teuer werden: Beim ersten Mal beträgt das Bußgeld zwischen 25 und 35 Euro.