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Motorsport:Rasen auf der Wiesn: Formel E prüft Umzug nach München

Formel-E in New York

Formel-E in New York: Nick Heidfeld aus Deutschland vom Mahindra Racing Team auf der Rennstrecke.

(Foto: dpa)

Sollte die Rennserie nach München kommen, winkt prominenter Besuch: Milliardär Richard Branson gehört ein beteiligter Rennstall, Schauspieler Leonardo di Caprio ist ebenfalls Miteigentümer eines Teams.

Rennfieber auf der Theresienwiese, mit viel Remmidemmi und Prominenz. So war es im Oktober 1810, als Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese anlässlich ihrer Vermählung ein Pferderennen in München veranstalteten. Und so könnte es bald wieder sein, allerdings mit viel mehr Pferdestärken: Die Formel E, eine internationale Rennserie für Elektro-Autos, trägt sich mit dem Gedanken, künftig in München Station zu machen.

Das bestätigt Bürgermeister Josef Schmid (CSU): "Der Veranstalter der Formula E befindet sich unserer Kenntnis nach in weiteren Gesprächen, um ein abgestimmtes Konzept vorzulegen."

Großen Motorlärm muss niemand befürchten

Ob die schnellen Autos mit ihren reinen Elektro-Antrieben jemals über die Wiesn rollen werden, ist allerdings offen. Solange kein Konzept vorliege, könne das Wirtschaftsreferat die Pläne "weder prüfen noch die zuständigen Gremien damit befassen", teilt Schmid mit. Er gibt sich betont sachlich, denn die vom Oktoberfest lärmgeplagten Anwohner der Theresienwiese reagieren empfindlich, wenn sie von einer weiteren Großveranstaltung hören. Großen Motorenlärm muss freilich niemand befürchten. Denn wie es sich für Elektro-Autos gehört, dröhnen die Rennwagen der Formel E nicht. Sie geben nur ein Surren von sich. Ansonsten sehen sie wie Formel-1-Autos aus und sind auch fast genauso schnell.

Allerdings darf an einem Renntag mit einem großen Auflauf gerechnet werden. Als die Formel E Mitte Juli in New York gastierte, wurden in der Boxengasse viele prominente Gesichter gesehen. Die Schauspieler Michael Douglas und Catherina Zeta-Jones waren da und plauschten mit dem Milliardär Richard Branson, dem ein Rennstall gehört. Hollywoodstar Leonardo di Caprio ist ebenfalls Miteigentümer eines Teams. Auch unter den Piloten finden sich einige bekannte Namen: Der ehemalige Formel -1-Fahrer Nick Heidfeld ist dabei - wie auch Nelson Piquet junior und Nico Prost, die Söhne von Rennsport-Legenden.

Nimmt München Berlin die Formel E weg?

Zu den Sponsoren der Formel E gehören die Münchner Unternehmen BMW und Allianz, nach SZ-Informationen versucht die Allianz, das Rennen nach München zu holen. Von 2018 an will BMW zudem mit einem eigenen Werksteam an der Rennserie teilnehmen - auch das wäre ein Grund mehr für einen Umzug nach München.

In den vergangenen drei Jahren machte die Formel E jeweils in Berlin Station - allerdings jedes Mal auf einer anderen Strecke. Das nächste Formel-E-Rennen in Deutschland ist für den 17. Mai 2018 terminiert. Dabei ist noch offen, in welcher Stadt dieses stattfinden wird. Gerüchte über ein Wiesn-Race gibt es schon seit Längerem. So manches Motorsport-Medium hat sogar schon berichtet, dass der Wechsel nach München perfekt sei. Soweit sei man aber noch nicht, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadt muss es wissen, als Genehmigungsbehörde und Wiesn-Eigentümerin.

Zum Profil der Formel E gehört, dass die Rennen nicht auf ausgebauten Rennstrecken ausgetragen werden, sondern mitten in den Städten. Das erste Rennen fand 2014 in Peking statt - damals wurde die Serie noch belächelt. Doch inzwischen treten mehrere internationale Autohersteller mit Werksteams an, künftig werden auch Audi, Mercedes und Porsche mitfahren. "Die Formel E hat seit ihrer ersten Saison eine rasante Entwicklung genommen und ist mittlerweile auf sehr hohem Niveau", sagt BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt.

© SZ vom 28.07.2017/jana
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