Moosach:Zuhause am Arbeitsplatz

Moosach: Eine Zeitkapsel versenken OB Dieter Reiter (links) und Werner Albrecht, Geschäftsführer der Stadtwerke München, im Innern des Grundsteins.

Eine Zeitkapsel versenken OB Dieter Reiter (links) und Werner Albrecht, Geschäftsführer der Stadtwerke München, im Innern des Grundsteins.

(Foto: Moses Omeogo)

In unmittelbarer Nähe zur Stadtwerke-Zentrale entstehen 118 Werkswohnungen und Ateliers

Von Julius Bretzel, Moosach

"Wer so nah bei seiner Arbeit wohnt, der hat es zwar nicht weit, kann aber auch mal privat dem Chef über den Weg laufen." So wägt der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Vor- und Nachteile ab, die sich für die künftigen Bewohner des Neubaus an der Hanauer Straße ergeben. Dort wollen die Stadtwerke München (SWM) Wohnraum für Mitarbeiter schaffen. Dabei entstehen 118 Werkswohnungen in unmittelbarer Nähe zur SWM-Zentrale.

Der Bau des Gebäudes wurde mit der Grundsteinlegung am Montagmorgen offiziell eingeläutet. Auf acht Geschossen sollen bis 2021 etwa 9520 Quadratmeter Wohnfläche entstehen, verteilt auf Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Hinzu kommen Gewerbeeinheiten und flexibel mietbare Ateliers. Das Gebäude soll dabei Teil des geplanten "M.Quartiers" auf dem Gelände nordöstlich des Westfriedhofs werden. Dafür sind insgesamt Wohnräume für 2000 Menschen, Arbeitsplätze, Schulen und soziale Einrichtungen vorgesehen. Die Fläche wird bisher von der Landeshauptstadt und nun auch von den SWM bebaut, zwei weitere Unternehmen kommen hinzu.

Der Neubau an der Hanauer Straße ist das zweite von drei großen Bauprojekten der SWM, in denen Mitarbeiter Platz finden sollen. Das Unternehmen reagiert damit auf den angespannten Wohnungsmarkt in der Stadt. Das Projekt soll aber auch Antrieb für neue Arbeitnehmer sein. "Unser Werkswohnungsangebot kann eine wesentliche Grundlage sein, wenn es darum geht, sich für einen Arbeitgeber zu entscheiden", sagt Werner Albrecht, Personal-Geschäftsführer der SWM.

Insgesamt plant das Unternehmen, bis 2022 mindestens 120 Millionen Euro in den Bau von Werkswohnungen zu investieren. 2000 neue Wohnungen sind dabei in den nächsten zehn Jahren vorgesehen. Platz hierfür wird beispielsweise am Busbahnhof in Laim geschaffen. Dieser wird nämlich geräumt und ebenfalls als Neubau an der Hanauer Straße untergebracht. So haben die dort wohnenden Busfahrer nicht nur die Firmenzentrale, sondern auch die MVG-Busse direkt vor der Haustür.

Oberbürgermeister Reiter, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der SWM ist, wünscht sich mehr vergleichbare Projekte in der Stadt. "Mich stimmt nachdenklich, dass den Löwenanteil an Werkswohnungen der öffentliche Dienst ausmacht", sagt er bei der Grundsteinlegung. Er vermisse die großen Münchner Konzerne als Nachahmer. Diese sähen die Verantwortung für Wohnungsangebote bei der Stadt. "Das führt zu einem Verdrängungswettbewerb, der uns nicht weiterbringt und letztlich auch den Unternehmen selbst schadet." Um dem entgegenzuwirken, habe der Stadtrat auf Reiters Initiative hin beschlossen, bei der Vergabe von Gewerbeflächen diejenigen Bewerber zu bevorzugen, die auch Werkswohnungen für ihre Mitarbeiter anbieten. Eine Entlastung der Stadt sei nur mit Hilfe aller Unternehmen möglich.

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