Süddeutsche Zeitung

Moosach:Wie auf dem Mittleren Ring

Anwohner beschweren sich über Raser und fordern Tempo 30

Von Anita Naujokat, Moosach

Schon öfter haben Anwohner der Donauwörther Straße die Einführung von Tempo 30 oder einer Tempo-30-Zone gefordert. Erlaubt sind dort wie in der Lauinger Straße 50 Stundenkilometer. Gerade Anlieger, die schon länger dort wohnen beobachten die Entwicklung mit Sorge. Es könne doch nicht sein, dass auf dem Mittleren Ring dieselbe Höchstgeschwindigkeit gelte wie in dieser Wohnstraße, so das jüngste Argument. Nicht nur werde die Donauwörther Straße immer mehr als Schleichweg genutzt, auch der Lkw-Verkehr habe zugenommen. Zudem tobten sich Raser nächtens gerne dort aus.

Eine Bestandsaufnahme der Polizei hat nun ergeben, dass eine etwaige Beanstandungsquote sowohl in der Donauwörther als auch in der Lauinger Straße weit unter einem Prozent liegt. Der stadtweite Durchschnitt beträgt laut Polizei etwa elf Prozent. Gemessen worden war mit Topo-Boxen im Zeitraum vom 9. bis 20. Juli im Bereich der Lauinger/Dillinger Straße, wo 30 relevante Verstöße aufgezeichnet wurden, und vom 30. Juli bis 10. August an der Donauwörther Straße/Ecke Simrockstraße mit 32 erfassten Verstößen.

Relevant sind diese für die Beamten ab einem Tempo von 69 Stundenkilometern. Wobei Topo-Boxen nicht erkennen könnten, ob es sich um einen Einsatzwagen der Feuerwehr, der Polizei oder eines Rettungsdienstes handle, wie Sven Weske, Leiter des Sachbereichs Verkehr in der Moosacher Polizeiinspektion, anmerkt. Eine Tempo-30-Zone kommt laut Weske in der Donauwörther Straße nicht infrage, da sie, vereinfacht ausgedrückt, den Verkehr aus den umliegenden Straßen zu bündeln habe, reguläres Tempo 30 gäben Unfallsituation und Gefahrenlage nicht her.

Während die Grünen im Bezirksausschuss den Bürgerantrag unterstützten, auch wegen des fehlenden Radwegs, folgte die SPD der Einschätzung der Polizei. Allerdings wollen sich alle noch die Option offenhalten, eventuell über wechselnde Parkverbote auf der Straße Tempo herauszunehmen. Klären soll dies der Unterausschuss Verkehr bei einem Ortstermin. Derzeit finden wegen der Pandemie-Beschränkungen aber keine Ortstermine mit mehr als vier Personen statt.

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Quelle:
SZ vom 14.01.2021
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