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Moosach:Ruf nach mehr Kontrollen

Auf der Feldmochinger Straße wird Tempo 30 offenbar ignoriert

Von Anita Naujokat, Moosach

Wird auf der Feldmochinger Straße Tempo 30 eingehalten oder wesentlich schneller gefahren als erlaubt? Klären könnte so etwas eine Topo-Box, ein optisch einer überdimensionierten Steckdose ähnelndes Gerät, das Daten über den fließenden Verkehr zu statistischen Zwecken sammelt. Es erfasst über Infrarotstrahlen, wie viele Verkehrsteilnehmer vorbeikommen, wie schnell diese unterwegs sind und ob sie Autos, Lastwagen oder Zweiräder nutzen.

Es war für die Moosacher überhaupt ein langer Weg, Tempo 30 für die Feldmochinger Straße zu bekommen. Lange wollte die Stadt nicht, auch die CSU-Fraktion in der vorherigen Amtsperiode des Bezirksausschusses sah hierfür keinen Anlass. Nun beschwerte sich eine Anliegerin, dass dennoch zu schnell gefahren werde, und fordert zusätzliche Piktogramm-Hinweise auf der Fahrbahn. Sie berichtet außerdem von Unfällen an der Kreuzung zur Hardenbergstraße.

Laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) ist die Beschilderung richtlinienkonform angebracht. Tempo-30-Markierungen auf der Fahrbahn seien nur Hinweise darauf und hätten keine eigenständige Wirkung. Und seien Schilder beschädigt, verschmutzt oder zugewachsen schaffe die Behörde nach Hinweisen auf die Örtlichkeit Abhilfe. Zudem, heißt es weiter aus dem KVR, gebe es regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen, wenn auch im Abschnitt zwischen der Max-Born-Straße und der Pelkovenstraße.

Die Polizei sieht auch keine Notwendigkeit für weitere Maßnahmen. Sie hatte an besagter Kreuzung seit Januar 2017 fünf Verkehrsunfälle registriert, darunter einen mit Fahrradfahrer in der falschen Richtung, zwei Unfallfluchten, bei denen die Ursache nicht überhöhte Geschwindigkeit gewesen sei, und zwei im "Parkverkehr". Der Bezirksausschuss (BA) war sich nicht ganz einig. Während Axel Stoßno (FDP) kein gravierendes Problem ausmachte, sahen dies René Hanschke, einer der Grünen-Sprecher, und Matthias Helmer (AfD) mit Hinweis auf die Schule, die schmale Fahrbahn und den fehlenden Radweg anders. Riad el Sabbagh von der SPD brachte schließlich die Topo-Box ins Spiel, die Aufschluss über Fahrverhalten und Verkehr geben könnte.

Über deren Anschaffung stimmte der BA noch nicht ab. Erst wolle man Erkundigungen über Kosten und Bedingungen einholen. Gremiumschef Wolfgang Kuhn (SPD) gab noch zu bedenken, dass man auch viele andere Straßen habe, bei denen über Raserei geklagt werde. "Wir werden das Ding dann wohl so schnell nicht mehr los."

© SZ vom 26.09.2020

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