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Moosach/Maxvorstadt:Auf die Künstler folgen Kinder

Das Kreativprojekt super+ hat eine neue Bleibe, in die alte Trachtenfabrik Unholzer zieht der Internationale Kids-Campus

Von Anita Naujokat, Moosach/Maxvorstadt

Eigentlich ist es nicht überraschend gekommen, doch nun steht der Auszug vor der Tür: Nach fünf Jahren müssen die rund 100 Künstler aus der zum Atelierhaus umgebauten ehemaligen Trachtenfabrik Unholzer in Moosach weichen, haben aber bereits ein neues Zuhause gefunden. Im Sommer werden Alexander Deubl, Konstantin Landuris und Christian Muscheid, die das Projekt "super+ Unholzer" an der Feldmochinger Straße aufgezogen hatten, Ateliers für rund 50 Kunstschaffende im "Kunstlabor 2.0" des Museums of Urban and Contemporary Art (Muca) im ehemaligen Gesundheitshaus an der Dachauer Straße 90 eröffnen können. Der Mietvertrag sei auf fünf Jahre abgeschlossen, sagte Deubl.

Die alte Trachtenfabrik, im Eigentum der Eleonora-Schamberger-Stiftung, war für das Trio von Anfang an nur eine Bleibe auf Zeit mit immer wieder verlängerten befristeten Mietverträgen, aber eben auch ein besonderer Ort, wie Deubl sagt. "Wir werden ihn schon vermissen." Auch habe man mit der Stiftung stets gut zusammengearbeitet. Einziehen wird dort die noch in der Lerchenau ansässige private bilinguale Grundschule (IBSM) und bis zu jeweils vier Krippen- und Kindergartengruppen des Internationalen Kids-Campus (IKC), der sich vergrößern möchte. Die Baugenehmigung sei erteilt, sagte Regine Kiefer, Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Sie rechnet damit, Ende des Jahres mit dem Abbruch der hinteren Gebäude beginnen zu können. Die alte Villa bleibe erhalten.

Der neue Standort hat für das Künstlertrio auch Vorteile. Er biete viel mehr Potenzial, Vernetzungsmöglichkeiten und Kooperationen für Workshops, gemeinsame Ausstellungen, offene Werkstätten, und die zentrale Lage in der Maxvorstadt sei "unschlagbar". "Es wird interaktiver als es in Moosach möglich war", sagt Deubl, "wir streben eine größtmögliche interdisziplinäre Zusammenarbeit an als Teil des Museums." Und endlich sei man aus der Zwischennutzungsphase heraus. Das eröffne die Aussicht auf Unterstützung aus Atelierförderprogrammen. Davon sei man bisher wegen der nur auf zwei Jahre befristeten Mietverträge ausgeschlossen gewesen.

Angemietet hat das Kollektiv auf rund 1300 Quadratmetern im dritten Stock 40 Ateliers von 13 bis 60 Quadratmetern für Kunstschaffende aller Sparten. Nicht alle Künstler aus dem jetzigen Atelierhaus werden in das alte Gesundheitszentrum, das derzeit noch umgebaut wird, miteinziehen. Es sei auch nicht für jeden der richtige Einzugsbereich, sagt Deubl. Für diesen Samstag bietet super+ Führungen für Bewerber an. Infos und Anmeldungen unter ateliers@superplusstudio.de oder www.superplusstudio.de.

© SZ vom 19.05.2021
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