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Moosach:Kippen im Tram-Gleis

Lokalpolitiker fordern Putzaktion der Verkehrsbetriebe

Von Anita Naujokat, Moosach

Zigarettenkippen zwischen den Gleisen, kahle Stellen und ein kaputter Holzzaun: Die Straßenbahntrasse zwischen dem sogenannten Moosacher Stachus an der Haltestelle Pelkovenstraße und dem Moosacher Bahnhof soll auf Initiative der Liste Freie Wähler/ÖDP wieder ansehnlicher werden. Der Bezirksausschuss (BA) bittet die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), den Streckenabschnitt besser zu reinigen, die Bepflanzung instandzusetzen, Unebenheiten und Löcher auszugleichen, an kahlen Stellen Gras zu säen und den Zaun am Bahnhof - auch zur Sicherheit - zu reparieren.

Die Trasse sei von unzähligen Zigarettenkippen verschmutzt, bemängelte Listensprecher Jörg Breyer (FW) in der Sitzung des Gremiums. Besonders betroffen sei die Haltestelle am Bahnhof, für die er eine dauerhafte Lösung forderte. In jedem Fall sei eine regelmäßige Reinigung wichtig. Zigarettenfilter seien besonders giftig, würden von Tieren mit Nahrung verwechselt und die Gifte beeinträchtigten die gesamte Umwelt. Die Stummel enthielten außerdem einen Kunststoff, der sich in der Natur nur sehr langsam zersetze. Ein Filter könne statistisch bis zu 200 Liter Grundwasser verunreinigen.

Angelika Bueb (CSU), Vorsitzende des Unterausschusses Verkehr, machte dem Gremium nur wenig Hoffnung. Sie wisse schon, wie die MVG antworten werde, sagte sie. Diese habe für solche Maßnahmen nur einen gewissen Etat. Und reiche dieser etwa nicht mehr für eine ständige Bewässerung, dann beließen es die Verkehrsbetriebe lieber beim Status quo. René Hanschke, neben Ursula Harper Fraktionssprecher der Grünen, regte hingegen gleich eine Ausweitung des Antrags auf andere Streckenbereiche und Haltestellen an. Der BA-Vorsitzende Wolfgang Kuhn (SPD) riet dazu, es langsam anzugehen. "Vielleicht haben wir dann mehr Glück."

© SZ vom 15.07.2020

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