Zahlreiche Reisebusse und Lastwagen sind über die Jahre schon an ihr hängen geblieben: Nun läuft der Umbau von Münchens wohl gefährlichster Unterführung, an der Eisenbahnbrücke über die Dachauer Straße in Moosach. Dabei wird die 1907 errichtete Eisenbahnbrücke durch einen Neubau ersetzt.
Nach einer zehn Jahre langen Planung haben die Arbeiten am Dienstag begonnen, am Freitag nun stand der entscheidende Schritt an: Das Kernstück der neuen Eisenbahnbrücke wurde eingesetzt.
Dafür brachten die Arbeiter das Beton-Bauwerk in Präzisionsarbeit auf einer mit Teflon beschichteten Bahn durch sogenannte Verschubpressen an Ort und Stelle. Vier Stunden dauerte es, das 1500 Tonnen schwere Brückenteil über 26 Meter in seine finale Position zu schieben.

Immer wieder war es an dieser Unterführung zu Unfällen und anschließenden Sperrungen sowie zu umfangreichen Reparaturen gekommen. 2014 wurden deshalb eine automatische Höhenkontrolle und Lichtschranken an der Unterführung montiert. Doch auch das reichte nicht. So blieb 2016 erneut ein leerer Doppeldeckerbus stecken.
Vor dem Umbau hatte die Durchfahrtshöhe lediglich 3,70 Meter betragen. Jetzt wird die Straße tiefer und breiter gelegt, um die Durchfahrtshöhe für Fahrzeuge auf 4,50 Meter zu vergrößern. Im Zuge dessen kann die Straße mit getrennten Geh- und Radwegen sowie einer bis unter die Brücke verlängerten Abbiegespur ausgebaut werden. 13 Millionen Euro investieren die Deutsche Bahn und die Stadt München in den Umbau, „der die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer verbessert“, wie Projektleiter Mark Wüller sagt.
Wegen der Bauarbeiten bleibt die Bahnstrecke bis zum 9. September zwischen den Haltestellen Moosach und Fasanerie gesperrt. Aufgrund der umfangreichen Bauarbeiten wird außerdem die Dachauer Straße zwischen der Breslauer Straße und der Gröbenzeller/Moosburger Straße bis Ende 2026 für Autos gesperrt. Fußgänger und Radfahrer können während der Bauzeit provisorische Wege nutzen, die voraussichtlich nur bis zum 27. September noch eingeschränkt werden müssen.
Um Anwohner vor der anstehenden Lärmbelästigung zu schützen, gab es für mehr als 300 Haushalte das Angebot, temporäre Ersatzwohnungen zu beziehen.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung waren die Durchfahrtshöhen zu niedrig angegeben, außerdem erfolgte eine Korrektur bei den Details der Straßensperrung für Autos.
