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Moosach:Besser in die Höhe

Auf dem Meiller-Gelände ist im letzten Baufeld ein Gebäude mit 15 Geschossen geplant

Von Anita Naujokat, Moosach

Für das Meiller-Gelände, auf dem die Rathgeber AG und die F. X. Meiller Gelände-GmbH eines der größten privaten Mietwohnungsbauprojekte in München realisieren, liegt die Planung für das letzte Baufeld in der Ecke zum Memminger Platz und der Untermenzinger Straße vor. Zwei Varianten hatte der Bezirksausschuss (BA) jüngst in der Sitzung auf dem Tisch. Und die Lokalpolitiker brauchten nicht lange, um sich für das höhere Gebäude der beiden Entwürfe zu entscheiden. "Für mich ist das ein echtes Highlight", schwärmte der BA-Vorsitzende Wolfgang Kuhn (SPD).

Variante A sieht laut Armin Ziegler (SPD), Vorsitzender des Unterausschusses Bau, Umwelt, Klima und Wirtschaft, ein Gebäude mit elf Geschossen vor, das an der "Schauseite" zum Memminger Platz sehr an das frühere Verwaltungsgebäude von Rathgeber erinnere. Daran angelehnt sei ein viergeschossiger Flachbau in Richtung Untermenzinger Straße. Im Erdgeschoss seien eine Ladenzeile, unter anderem mit einer Apotheke und einem Lebensmittelmarkt, vorgesehen, im ersten Obergeschoss Arztpraxen und darüber 81 Wohnungen in unterschiedlichen Größen und Zuschnitten.

In der zweiten Variante B habe das Hochhaus, knapp 48 Meter hoch, 15 Geschosse und falle nach Nordwesten hin terrassiert ab. Erdgeschoss und erste Etage sollen gewerblich genutzt werden. Zwei Etagen sollen Seniorenwohnungen vorbehalten sein, in den obersten Geschossen sind unter anderem Lofts. Lichtschächte führten durchs ganze Gebäude und erzeugten besondere Lichteffekte, sagte Ziegler.

Das Faszinierende sei auch die terrassierte Bauweise. Auch Nachbarn fänden diese Variante ansprechender, ebenso der Unterausschuss. Doch müsse dafür auch der Bebauungsplan geändert werden, da der Favorit dessen Grundzügen und Festsetzungen widerspreche. Mit ein paar Freistellungen sei es nicht getan. Allerdings habe die Lokalbaukommission signalisiert, dass sie sich ein schnelleres Verfahren vorstellen könne. BA-Chef Kuhn hatte eher inoffiziell auch schon dafür gesorgt, dass die Bauherrinnen darüber Bescheid wissen, dass der BA noch auf der Suche nach einem Platz für ein Bürgerbüro sei. Auch das Gremium stimmte geschlossen der Variante mit dem höheren Haus zu.

Insgesamt errichteten und errichten die familiengeführten Unternehmen auf nahezu sieben ihres zwanzig Hektar großen Grundstücks nahe dem Moosacher Bahnhof auf acht Baufeldern in 14 Gebäuden an die 600 Wohnungen, ein Boardinghaus, Gastronomie, Kitas und zwei öffentlich zugängliche Parks. Ein guter Teil ist schon bewohnt.

© SZ vom 08.01.2021
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