Monaco Franze Ein Stenz kehrt wieder

Dieser melancholisch-pfiffige Blick aus braunen Augen, dem keine Frau und schon gar kein "Spatzl" widerstehen konnte - Helmut Fischer in seiner Paraderolle als ewiger Vorstadt-Casanova. In der Muffathalle sind die zehn Folgen der TV-Serie noch einmal zu sehen.

Von Von Birgit Lutz-Temsch

Sogar auf T-Shirts ist es neuerdings gelandet, das Kosewort "Spatzl". Mit diesem Namen pflegte der Monaco Franze schon vor mehr als 20 Jahren seine Gattin Annette von Soettingen um Geduld, Verständnis, Mitleid oder Entschuldigung zu bitten. Und nicht wenige Frauen hören noch heute ebendiesen Namen, wenn sie ihr Liebster - genauso wie in der Filmvorlage - mit etwas Unangenehmen konfrontiert, oder sie dem Angetrauten bei etwas auf die Schliche kommen, was dieser ihnen nur allzu gern verheimlicht hätte.

Ob die heutigen Anwender des Namens allerdings den gleichen Erfolg haben, den einst der Monaco Franze hatte, ist fraglich. Denn er konnte sein Spatzl dann doch immer wieder gnädig stimmen, was die von Ruth-Maria Kubitschek gespielte Annette von Soettingen zu dem Spruch hinreißen lässt: "Und ich Schaf fall schon wieder auf Dich rein."

Franzes Blick allerdings, der den Kosenamen begleitete, diese treue, manchmal leichte, meist aber doch sehr gequälte Miene, die zum Ausdruck brachte, dass eine Schuld, wofür auch immer, bei ihm wahrlich nicht zu suchen sei, sondern sich vielmehr die ganze Welt gegen ihn verschworen hatte - diesen Blick, den brachte nur Helmut Fischer zuwege, und ihn nachzuahmen, dürfte den heutigen Ehemännern und Freunden reichlich schwer fallen.

Ein Denkmal für den Vorstadt-Strizzi

Anschauungsunterricht bietet die Muffathalle von 20. August an, wenn sie die zehn Folgen der Serie "Monaco Franze - Der ewige Stenz" wiederholt, mit der Helmut Dietl, Patrick Süskind und Franz Geiger dem Münchner Vorstadt-Strizzi ein Denkmal gesetzt haben. Denn der Monaco Franze gerät in ausnahmslos jeder Folge in Situationen, in denen er seinem Spatzl so einiges erklären muss.

Da wäre zum Beispiel die Sache mit dem Tierpark-Toni, der seiner Frau eine nicht wirklich reine Heiligenfigur verscherbelt, oder die Geschichte von dem Faschingsball im Donnersberger Hof, wo Franz mit seinem Kumpan Manni auf die Suche nach der Jugendliebe Lilly geht, ganz zu schweigen von dem eindeutigen Grund, weswegen der Franz auf einmal ein Englisch-Dolmetscherdiplom machen muss - gemeinsam mit lauter jungen, hübschen Frauen. Doch was er auch tut, er schafft es, dass es sich nie ganz "ausgespatzelt" hat, auch wenn sich genau das Dr. Braun, Staatssekretär und Verehrer der von Soettingen sehr wünschen würde. Denn: "A bissl was geht allaweil."

("Monaco Franze - Der ewige Stenz", am 20. und von 22. bis 25. August, je zwei Folgen, von 21 Uhr an in und vor der Muffathalle.)