Zwei interessante neue Vorlässe bereichern die Bestände des Münchner Literaturarchivs Monacensia: Zum einen erwirbt die Monacensia den künstlerischen Vorlass der feministischen Schriftstellerin, Filmemacherin und „modernen Hexe“ Luisa Francia, wie das Archiv mitteilt. Zum anderen hat es vor kurzem den literarischen Vorlass der Lyrikerin und Übersetzerin Barbara Yurtdaş geschenkt bekommen.
Der Ankauf und die Schenkung passen gut zum Sammlungsprofil des Literaturarchivs, das sich unter der Leiterin Anke Buettner verändert hat: Seit einigen Jahren erfasst die Monacensia „gezielt weibliches Kulturerbe sowie Exil-, mehrsprachige und subkulturelle Literatur“. Im kooperativen Forschungsprojekt #FemaleHeritage will das Archiv überhaupt weibliches Kulturerbe sichern und dessen Sichtbarkeit erhöhen.
Was Luisa Francia angeht, so würdigt die Monacensia sie als eine der bekanntesten Vertreterinnen eines spirituellen Feminismus in Deutschland. In ihrem umfangreichen Werk verbinde sie magische Praxis mit politischem Bewusstsein und feministischem Protest. Ihr Vorlass umfasst mehr als dreißig Manuskripte und Typoskripte, Notizblöcke, Videoaufnahmen, Fotografien, Flugblätter und weitere Dokumente. Auch Korrespondenzen mit dem Schriftsteller und Filmemacher Herbert Achternbusch, den Schauspielern Annamirl und Josef Bierbichler oder dem Schriftsteller Franz Dobler gehören zum Vorlass und „dokumentieren ihre Einbindung in die literarisch-künstlerische Szene Bayerns“.
Barbara Yurtdaş wiederum prägt seit Jahrzehnten die Münchner Literaturszene als zweisprachige Autorin, Übersetzerin und Vermittlerin türkischer Literatur. Sie erweitere, so die Monacensia, das Archiv „um eine Stimme, die kulturelle Zwischenräume sichtbar macht“. Ihr Vorlass besteht aus Notizbüchern mit Gedicht- und Manuskriptentwürfen, Tagebüchern aus einigen Jahren in der Türkei sowie Typoskripte und Übersetzungen aus dem Türkischen.


