„Mustererkennung“ – unter diesem Motto steht die Schreibresidenz, die Elvira Steppacher in den nächsten Monaten in der Monacensia übernimmt. Die Münchner Autorin und Literaturwissenschaftlerin, als vierte Residentin seit 2022 in Zusammenarbeit mit der C.H.Beck Kulturstiftung eingeladen, soll in diesem Jahr von August bis Dezember Akzente im Hildebrandhaus setzen.
„Mustererkennung“ – damit ist laut Elvira Steppacher in der Regel maschinelles Lernen von künstlicher Intelligenz gemeint. Sie münzt den Begriff jedoch auf das Schreiben: „Gute Literatur konnte das von Anfang an: Muster entwerfen, erkennen und durchbrechen.“ Und so will sie sich in den kommenden Monaten laut Monacensia vor allem mit der Frage beschäftigen, „wie Literatur ästhetische Ordnungen entwirft, durchbricht und neu deutet“.
Steppacher wird nicht alleine im Kämmerlein darüber nachdenken. Eine erste Veranstaltung ist für Ende August geplant: „Reisen in den Reisen anderer“ heißt es am 30. August – ein ideales Motto für alle, die nicht selbst verreisen. Im Zentrum sollen die Romane „Ferymont“ von Lorena Simmel und „Seiten des Himmels“ von Philipp Schönthaler stehen. Beide Texte, so die Ankündigung, „eröffnen durch ungewöhnliche Settings und Erzählweisen neue literarische Erfahrungsräume“. Wenn das Wetter gut ist, können die Zuhörerinnen und Zuhörer im Monacensia-Garten zusätzlich ein ungewöhnliches Setting auf dem Rasen einnehmen.

Literatur über ausgestopfte Tiere:Die ganze Welt in toten Augen
Die Münchner Autorin Elvira Steppacher ist fasziniert von Tierpräparaten und hat zwei ganz unterschiedliche Bücher darüber geschrieben, die viel über unsere Gesellschaft und unseren Umgang mit Natur erzählen.
Am 15. Oktober wird Elvira Steppacher dann zeigen, was sie selbst an ungewöhnlichen Erzählweisen zu bieten hat. Jede Menge, wie im vergangenen Jahr ihr Roman „Blösse“ und ihr Lyrikdebüt „Einst werden wir Endlinge sein“ verrieten. Nur soviel dazu: Steppacher faszinieren Tiere, genauer gesagt: tote, ausgestopfte Tiere. Sie kennt sich mit dem Thema nicht nur sehr gut aus, sie kann es auch sehr originell in Sprache umsetzen. Auch ihr bisheriger Lebensweg macht deutlich, dass sie in viele Richtungen offen ist: Die 1963 in Hiltrup geborene Autorin und Literaturwissenschaftlerin wurde mit einer Dissertation über Sinnlichkeit und Leiblichkeit im Motiv des kranken Erzählers bei Jean Paul und Clemens Brentano promoviert. Sie leitete einige Jahre die Katholische Journalistenschule in München und arbeitete mit einer eigenen Agentur als Mediaberaterin. Seit einigen Jahren schreibt sie Lyrik und Prosa, ihre erste literarische Veröffentlichung war 2022 das Stundenheft „Von Fall zu Fall“ über Tod und Vergänglichkeit. Und sieht man ihre bisherigen Werke so an: Ja, da lässt sich doch ein Muster erkennen.
Schreibresidenz von Elvira Steppacher, Monacensia, Maria-Theresia-Str. 23, erste Veranstaltung: Samstag, 30. August, 16 Uhr, Eintritt frei.

