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Mögliche Ziele von Terrorismus:Das Flüchtlingsheim

Ankunft von Flüchtlingen am Hauptbahnhof in München, 2015

Ankunft von Flüchtlingen am Hauptbahnhof München.

(Foto: Florian Peljak (Farbe), Stephan Rumpf (SW, l.), Matthias Balk/dpa (SW, r.), Collage: Stefan Dimitrov)

Die Bayernkaserne ist das bekannteste Militärareal Münchens, obwohl dort kein Soldat mehr dient. Dafür leben dort knapp 2000 Flüchtlinge in der Erstaufnahme-Zentrale für Oberbayern, darunter gut 500 unbegleitete Minderjährige. Vor einem Jahr, als die Verwaltung des Lagers kollabierte und Asylsuchende im Freien schliefen, galt die Kaserne als Symbol für Staatsversagen, inzwischen hat sie sich zur Vorzeigeunterkunft gemausert dank umfangreicher Hilfs- und Integrationsangebote.

Schon lange hat die Polizei das weitläufige Areal mit seinen zehn Wohngebäuden, das von einer Mauer und Zäunen umgeben ist, auf ihrer Liste gefährdeter Objekte, ebenso wie die anderen rund 200 großen und kleinen Asylheime in München und Umgebung. Aber nicht, weil man es für ein Ziel von Terroristen hielte, darauf gebe es keine Hinweise. Vielmehr fürchtet man gewaltbereite Fremdenfeinde. Regelmäßig fahren deshalb Streifen vorbei, mitunter stellt sich ein Polizeiwagen auch demonstrativ für längere Zeit vor das Kasernentor. Auch in Zivil sind Beamte präsent. Dabei ist sich die Polizei ihres Balanceaktes bewusst: Tritt sie zu massiv auf, stellt sich in der Nachbarschaft das Gefühl ein, bedroht zu sein. "Von den Flüchtlingen geht keine Gefahr aus", betont man im Polizeipräsidium wieder und wieder.

Die richtige Balance müssen auch die Stadt München sowie die Regierung von Oberbayern, das sind die für die Kaserne zuständigen Behörden, finden. Wie offen darf, wie abgeschottet muss das Areal sein, um die Flüchtlinge zu schützen? Bewohner, Mitarbeiter und Ehrenamtliche müssen an den Pforten ihren Hausausweis vorzeigen. Von Autos notieren die Wachleute die Kennzeichen. Zwei Sicherheitsfirmen sind dort präsent, eine ist "Jonas Better Place", sie betreut und beschützt Asylsuchende. Deren Chef Stefan Näther hat seine Leute an der Pforte und in den Häusern sensibilisiert: "Was ist anders?" Diese Frage sollen sie sich immer wieder stellen. Wenn zum Beispiel ein Lieferwagen ohne Firmenaufschrift auf das Gelände will - ist alles okay?