Mögliche Ziele von Terrorismus Wie München gegen den Terror abgesichert wird

Das Nationaltheater in München.

(Foto: Hannes Magerstaedt/API (Farbe), OH (SW), Collage: Stefan Dimitrov.)

Terroristen müssen nur ein einziges Mal ihr Ziel erreichen, um ein Land in Angst zu versetzen - welche Sicherheitsmaßnahmen an bestimmten Orten in München daher gelten.

Von C. Krügel, B. Kastner, S. Wimmer, C. Catuogno und J. Stremmel

Die Oper

Die Münchner lieben ihr Nationaltheater und sie spielen selbst gerne große Oper, besonders im Festspielsommer. Die Foyers, die Freitreppe, der Max-Joseph-Platz vor der Bayerischen Staatsoper werden dann zum Laufsteg der Schönen und Reichen, aber auch der braven Kulturbürger und der Opern-Freunde. Ein Abend im Nationaltheater lebt vom freien Flanieren, vom Kommen und Gehen, vom Austausch zwischen drinnen und draußen.

Sicherheitskontrollen wie am Flughafen würden diese Atmosphäre zerstören, weshalb sich die sicht- und spürbaren Sicherheitsmaßnahmen im Besucherraum in Grenzen halten. Natürlich gebe es im Nationaltheater ein detailliertes Sicherheitskonzept, heißt es in der Oper. Doch allzu martialisch wolle niemand auftreten. Bis zu 2100 Zuschauer kommen abends ins Theater, um sie kümmern sich 45 Ordner am Einlass und 18 an den Garderoben, wo Besucher auch große Taschen abgeben müssen. Anders als etwa an der Metropolitan Opera in New York gibt es in München keine Taschen- und Personenkontrollen am Eingang. Auch personalisierte Tickets sind für den Münchner unvorstellbar: Das Kartenkaufen und -verkaufen bis kurz vor Vorstellungsbeginn gehört zu den Ritualen eines Opernabends.

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Seit einigen Jahren ist aber der gesamte Bereich hinter der Bühne nur mit personalisierten Zugangskarten zu betreten, die Ware, die externe Lieferanten ins Haus bringen, wird kontrolliert. Dass Terroristen unbeobachtet im Theater Waffen deponieren, wie sie es vor der Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater 2002 taten, dürfte so ausgeschlossen sein. Verschärfte Vorkehrungen gibt es sonst nur bei Besuchen politischer Prominenz, wenn das Landeskriminalamt mit eigenen Sicherheitskonzepten und -kräften anrückt, so bei der Einheitsfeier 2012 mit Bundespräsident und -kanzlerin. Damals gab es auch am Max-Joseph-Platz intensive Personenkontrollen. Die dürften wohl auch künftig zur "Oper für alle" gehören. Bis zu 11 000 Menschen kommen im Juli zur Live-Übertragung einer Festspielaufführung. Als dieses Jahr dort Taschen kontrolliert worden sind, empfanden das manche Münchner schon als Zumutung.