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Modellschule:Toiletten auf jedem Stockwerk als Luxus

Während die Erstklässler ganz neu an die Schule kommen, konnten die Zweit- bis Viertklässler, die in Sichtweite in einem Container untergebracht waren, mitverfolgen, wie ihre neue Schule entstand: Mensa, Küche und Kindergarten im Erdgeschoss, Schulverwaltung und zwei Einheiten mit jeweils vier Klassenzimmern, einem Teamraum und Zimmer für die Nachmittagsbetreuung im ersten Stock und Klassenzimmer sowie Fachleersäle im Obergeschoss. Jede Einheit hat eigene Toiletten. "Ein Luxus", sagt Fellner, den es an ihrer alten Schule so nicht gab. Eingerichtet wurde die Schule erst in den Sommerferien. Vor zwei Wochen noch fehlten Türen und Glasscheiben, hatten die Toiletten noch keine Trennwände. Die Räume für Rektorin und Konrektorin wurden gerade frisch gestrichen, in den Klassenzimmern standen die Stühle gestapelt. Jetzt aber sind die wichtigsten Arbeiten abgeschlossen. "Die Ausstattung hier ist wie von einem anderen Stern", sagt Fellner.

Alles ist neu. Tafel, Kreide und Schwamm gehören der Vergangenheit an, ebenso der Overhead-Projektor. In jedem Klassenzimmer hängen digitale Whiteboards, eine Dokumentenkamera projiziert Hefteinträge nach vorne. Lehrer erhalten eigene Laptops und Arbeitsplätze, eine Seltenheit an Münchner Schulen.

Im modernen Gebäude will Fellner die Klassen mischen. Erste und zweite sowie dritte und vierte Klassen lernen gemeinsam auf einem Stockwerk in den Lernhäusern; jedes Lernhaus mit vier Klassen bestimmt eine Leitung und ein Leitbild. Die Kinder dürfen es sich in ihrem Lernhaus gemütlich machen und es individuell gestalten. Fellners zweiter Lieblingsort ist der feuerrote Gang im Untergeschoss, der zur Turnhalle führt. Tafeln mit Kreide, wie von Wulf-Architekten aus Stuttgart vorgesehen, damit die Kinder auf dem Weg zum Sport malen können, wird es hier aber nicht geben. "Das geht sicher nicht gut", sagt Fellner. Auch das ist relativ neu im Münchner Schulbau: dass die Nutzer tatsächlich einbezogen werden.

© SZ vom 12.09.2017/libo
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