Seit 2016 gibt es das internationale MMI Free Impro Festival, dessen Name für „Music & More Impro“ steht. Allerdings fand es zumeist biennal statt und ist wegen Corona überhaupt erst zum fünften Mal am Start. Geplant ist nach wie vor, wechselnde europäische Städte zu bespielen, bislang freilich war man nur in München und zuletzt zweimal in Barcelona. Heuer ist nun wieder München der Ort der Wahl. Vom 2. bis 4. Mai sind im Einstein Kulturzentrum neun Konzerte mit freier improvisierter Musik zu erleben, an jedem Abend drei ungefähr 45 Minuten lange.
Dabei treffen jeweils zwei oder drei Musizierende aufeinander, die in den meisten Fällen noch nie miteinander gespielt haben. Die aber die Bereitschaft eint, sich auf das Unbekannte und aufeinander einzulassen. Ohne Absprachen, ohne feste Rollen, nur mit geschärften musikalischen Sinnen machen sie sich auf Erkundungsreisen zu Klang, Struktur und Dynamik, die so kein zweites Mal passieren werden. Auch das Publikum spielt dabei als Resonanzraum eine entscheidende Rolle.

40. Dokumentarfilmfestival München:Das sind die Höhepunkte des Dok-Fests
Das Münchner Dokumentarfilmfestival zeigt in seiner 40. Ausgabe 105 Werke aus aller Welt, darunter Dutzende Premieren. Zum runden Geburtstag gibt es neue Reihen, neue Spielorte und ein Jubiläumsprogramm mit Party.
16 Künstlerinnen und Künstler aus Spanien, Slowenien, Österreich, Polen, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Dänemark sind dabei. Nicht nur die räumliche, auch ihre musikalische Herkunft ist ganz unterschiedlich. Einige kommen natürlich vom Jazz, dem klassischen Genre für improvisierte Musik. Die junge polnische Pianistin Marta Warelis zum Beispiel, die zuletzt oft mit Kit Downes arbeitete. Oder der 70-jährige britische Saxofonist John Butcher, der sehr viel mit Elektronik experimentierte.
Seit vielen Jahren in der Jazz-Avantgarde zu Hause ist der Katalane Agustí Fernández, in dessen Fußstapfen sich auch ein Àlex Reviriego bewegt. Aus der genreübergreifenden freien Improvisationsszene kommen unter anderem die in Frankreich lebende libanesische Saxofonistin Christine Abdelnour, die dänische Posaunistin Maria Bertel, der spanische Schlagwerker Vasco Trilla oder die gleichfalls aus Spanien kommende Pianistin Jordina Millà.

Seinen ganz eigenen Stil hat der oft solo auftretende slowenische Schlagzeuger Zlatko Kaučič entwickelt. Eher aus dem jazzigen Weltmusikbereich entstammt die hier wohlbekannte Vibrafonistin und Multi-Instrumentalistin Marja Burchard, die ja in der Nachfolge ihres Vaters seit 2016 die Münchner Band-Legende Embryo leitet. Aus der Club-Szene kommt der österreichische Turntabler und Loop-Experimentator Dieb13. Und mit der Flamenco-Tänzerin Sònia Sánchez ist auch ein angrenzendes anderes Genre vertreten.
Schließlich geht es dem MMI Festival als „reisendem Projekt“ zuallererst darum, Brücken zu bauen. Verbindungen herzustellen zwischen Musikern, Publikum und Kulturen, zwischen lokalen Szenen und internationalen Künstlern und Künstlerinnen, in diesem Jahr erstmals unterstützt von der Starnberger Otto & Margarete Graber Stiftung.
MMI Festival, Freitag bis Sonntag, 2. bis 4. Mai, Einstein Kulturzentrum, Einsteinstraße 42, www.mmi-festival.com

