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Mittlerer Ring:Provisorium gegen den Stillstand

Lange Staus bilden sich immer wieder dort, wo die Ifflandstraße in den Mittleren Ring mündet. Eine weitere Spur soll Abhilfe schaffen.

(Foto: Robert Haas)
  • An der Einmündung der Ifflandstraße in den Isarring soll eine dritte Fahrbahn entstehen.
  • Darauf wird sich der Bauausschuss des Stadtrats voraussichtlich verständigen.
  • Das Projekt ist nur eine provisorische Maßnahme gegen die langen Staus.

Noch ein gutes Jahr werden sich die Autofahrer an der Einmündung der Ifflandstraße in den Isarring gedulden müssen. Dann könnte sich die Stausituation dort entschärfen. Der Bauausschuss des Stadtrats wird aller Voraussicht nach am Dienstag den Startschuss geben für die bereits im Februar 2014 beschlossene zusätzliche Einfädelspur auf der Nordseite des Isarrings. 5,6 Millionen Euro soll das Ganze kosten. Und vom Jahresende 2016 an dafür sorgen, dass die Autofahrer auf dem Nordostabschnitt des Mittleren Rings weniger im Stau stehen.

Vor allem zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am späten Nachmittag bilden sich auf dem Isarring lange Rückstaus, die sich teils bis in den Richard-Strauss-Tunnel ziehen. Grund ist die Ampelanlage an der Einmündung der Ifflandstraße.

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Um sie abbauen zu können, will die Stadt nun an die bestehenden beiden Spuren des Isarrings eine dritte Spur anbauen. Über die können sich die Autofahrer von der Ifflandstraße kommend dann in den Richtung Westen fließenden Verkehr auf dem Isarring einfädeln.

Wie die Bauarbeiten ablaufen sollen

Geplant ist, dass die Arbeiter mit ersten Baumfällungen im Februar beginnen. Insgesamt müssen laut Baureferat 26 Bäume entfernt werden. Diese Maßnahme sei "unvermeidbar", schreibt Baureferentin Rosemarie Hingerl in ihrer Vorlage für den Bauausschuss. Die Untere Naturschutzbehörde habe die dafür nötige Genehmigung bereits erteilt.

Im Laufe des Jahres wird der bestehende Radweg auf der Isarring-Nordseite abgerissen - dort wird dann die zusätzliche Fahrspur asphaltiert. Hingerl will die Radler künftig auf einem parallel dazu verlaufenden Weg weiter nördlich durch den Englischen Garten führen. Außerdem müssen die Ingenieure die bestehende Brücke am Seehaus sowie die über den Schwabinger Bach verbreitern beziehungsweise verstärken.

All das wird nicht ohne Behinderungen für den Autoverkehr ablaufen. Vor allem von Juli 2016 an, wenn die Bauarbeiter die Unterführung am Seehaus verbreitern müssen, wird es eng werden. Dann wird voraussichtlich bis in den November hinein den Autofahrern auf dem Isarring in Richtung Westen nur noch eine Fahrspur zur Verfügung stehen, die Einmündung der Ifflandstraße in Richtung Nordwesten muss sogar komplett "abgehängt" werden, wie Hingerl schreibt.

109 000 Fahrzeuge

passieren binnen 24 Stunden den Isarring in beide Richtungen. Das zeigte zumindest eine Erhebung der Stadt von 2010. Mittlerweile dürfte die Verkehrsbelastung weiter zugenommen haben. Eine Initiative um die Schwabinger Architekten Petra Lejeune und Hermann Grub hat daher vorgeschlagen, den Mittleren Ring dort um jeweils eine Spur zu verbreitern, das Ganze unter die Erde zu verlegen und so den Süd- und den Nordteil des Englischen Gartens zusammenzuführen. Im Stadtrat stieß das Projekt auf Zustimmung, wenngleich Umweltverbände dem Vorhaben kritisch gegenüberstehen. Die Initiatoren schätzen die Baukosten auf 70 bis 80 Millionen Euro, das städtische Baureferat kalkuliert mit 125 Millionen Euro.

Wie der Verkehr während der Bauzeit geleitet werden soll

Der Verkehr soll dann "abgeleitet" werden - über welche Straßen genau, das zeigt Hingerl allerdings nicht auf. Und weil einige Kabel und Rohre von der Nord- auf die Südseite des Isarrings verlegt werden müssen, werden auch die Fahrspuren auf der Südseite während der Bauzeit verengt. Aufatmen werden die Autofahrer erst von Ende 2016 an können: Dann soll die Einfädelspur fertig sein, Arbeiter werden anrücken und die Ampel an der Einmündung abmontieren.

Die dritte Spur ist allerdings zunächst einmal nur als Provisorium gedacht. Um den Eingriff in den Englischen Garten so gering wie möglich zu halten, hatte der Stadtrat im Februar 2014 beschlossen, die bestehenden zwei Fahrspuren auf der Nordseite des Isarrings von derzeit jeweils 3,50 Meter auf je drei Meter zu verschmälern. Und auch die dritte Spur nur mit einer Breite von drei Meter zu errichten.

Das Tempo dürfte auf 50 oder gar 40 Stundenkilometer reduziert werden. Die Stadträte hatten sich damals mit großer Mehrheit für diese Lösung entschieden, weil sie hoffen, dass auf lange Sicht an der Stelle ohnehin der geplante Tunnel zur "Wiedervereinigung" des Englischen Gartens errichtet werden kann - und damit die Fahrspuren komplett im Untergrund verschwinden.

Wie es um einen Tunnel unter dem Englischen Garten steht

Mit dem Tunnel wäre zudem auch die Stauproblematik auf der Südseite des Isarrings gelöst. Dort bilden sich an der Einmündung der Dietlindenstraße in den Isarring insbesondere zu Stoßzeiten immer wieder lange Blechkarawanen.

Dieses Problem geht die Stadt mit dem Provisorium erst einmal nicht an; vielmehr wird es wohl erst im Rahmen des geplanten Tunnelbaus unter dem Englischen Garten gelöst. Am Mittwoch steht dieses Thema auf der Tagesordnung im Planungsausschuss des Stadtrats.

Baustadträtin Elisabeth Merk hat eine Liste erarbeitet, welche der angedachten Röhren entlang des Mittleren Rings als nächste gebaut werden sollen. Der Englische-Garten-Tunnel soll laut Merk parallel zu der Röhre an der Landshuter Allee vorangetrieben werden. Schnell aber geht dies nicht: Laut Merk kann mit der geplanten Zusammenführung der beiden Parkteile frühestens in sechs Jahren begonnen werden.

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