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Mitten in Schwabing:Der Hammer beim Schrauben

Kann man bei der Montage einer Markise Nüsse beschäftigen und mit einem Markierungsstift durch die Löcher der brackst erfolgreich sein? Ja, wenn man sich an die Anleitung hält, die so einige Probleme mit der deutschen Sprache hat

Kolumne Von Nicole Graner

So schwer kann es doch nicht sein, zu zweit eine drei Meter lange Markise an der Außenwand anzubringen. Schließlich gibt es Montageanleitungen. Denkt man sich, bestellt die Markise. Und los geht es! Gewohnt an zig nett gezeichnete Aufbauanleitungen eines schwedischen Möbelhauses, richtet man sich alles her. Und beginnt nach eingehender technischer Begutachtung der Markise, das Anleitungsheft zu lesen.

Auweia! Das beginnt ja wunderbar: Schritt eins: "Stellen Sie sicher, dass Sie berücksichtigen, in ihrer Entscheidung, diese Fallhöhe zu übernehmen, wo die Markise zu installieren ist." Ok, verstanden! Schritt zwei: Bohrungen markieren. "Verwenden Sie die Halterung an Zeichen Vorlage Zentrum durch einen Markierungsstift durch die Löcher der brackst läuft." Aha. Also einfach die Vorlagen auf die Wand, mit Stift durch die Löcher und markieren. Aber, zum Kuckuck, was ist "brackst"? Wurscht. Schritt drei: "Es kann mit einem Holzhammer in den Ankerschrauben zum Antrieb notwendig sein, weil sie nicht leicht gehen." Na, prima. Mit dem Hammer Schrauben einhauen. Lieber nicht. Schritt vier: "Ziehen Sie die Schrauben fest an mit einem 17-Millimeter-Schlüssel oder besser mit einem Steckschlüssel mit der richtigen Steckdose verwenden. Gabelschlüssel oder Gabelschlüssel sollten nicht verwendet werden, weil der möglichen Gefahr von Rutsch oder Beschäftigung der Nüsse besteht!" Hä, was? Welcher Schlüssel? Ja, haben die eine Meise, Nüsse beschäftigen? Und außerdem: Seit wann ist da oben eine Steckdose?

Die Markise wird montiert. Und hält bombensicher. Auch ohne "brackst" und ohne "Nüsse". Wichtig ist noch zu vermerken, dass man sie laut Anleitung keinesfalls selbst hätte montieren sollen, sondern besser die Hilfe von "professionelle Arbeiter" in Anspruch genommen hätte: Vor allem dann, wenn "Sie verstehen nicht die Bedienungsanleitung oder Teile davon".

© SZ vom 24.09.2020

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