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Missbrauch:"Es hat mich erschüttert"

"Es reicht ja schon ein Zettel mit den Worten: Wir wissen Bescheid", sagt Robert Köhler. "Das wäre das Signal der Gemeinden: Wir kümmern uns um Prävention. Wir sind für Betroffene ansprechbar."

(Foto: Stephan Rumpf)

Robert Köhler war Schüler im Klosterinternat Ettal. Heute kämpft er dafür, Missbrauch in der Kirche aufzuarbeiten - und fordert drastische Konsequenzen für diejenigen, die beim Vertuschen geholfen haben.

Interview von Bernd Kastner

Robert Köhler hat in Ettal gegen das Vergessen gekämpft. Er hat selbst Schlimmes erlebt als Schüler im Klosterinternat, und doch gilt er als Mann der Versöhnung. Er ist Sprecher des Vereins "Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer" und engagiert sich seit 2010 wie wenige andere für die Aufarbeitung von Missbrauch. Verbittert oder verzagt wirkt er nicht. Zehn Jahre sind vergangen, seit das Ausmaß des Skandals in der katholischen Kirche bekannt ist. Zehn Jahre "nach Ettal" erzählt Köhler, 56, dass sich die Bischöfe für seine positiven Erfahrungen mit dem Weg des Ausgleichs kaum interessieren. Von den Pfarrern an der Basis wünscht er sich den Mut, das Thema Missbrauch anzusprechen. Und er will, dass sich Verantwortliche mit Betroffenen an einen Tisch setzen und reden. Als Teil der Buße für jene, die über Jahre vertuscht und Täter geschützt haben.

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