Eine halbe Million Euro reichen nicht, um eine ganze Stadt zu bauen. Das klingt erst mal offensichtlich, die Veranstalter der Spielstadt Mini-München erfahren diese Tatsache jedoch gerade am eigenen Leib. 500 000 Euro haben sie vom Münchner Stadtrat bekommen – gut die Hälfte dessen, was für vergangene Ausgaben zur Verfügung stand. Dank der Anschubfinanzierung ist zumindest sicher, dass Mini-München stattfinden kann: Vom 3. bis zum 21. August verwandelt sich das Showpalast-Gelände in Fröttmaning in die Stadt der Kinder.
Um aber ein möglichst vollwertiges Spielerlebnis bieten zu können, ist Mini-München auf mehr Spenden und Drittmittel angewiesen als je zuvor. Die finanziellen Probleme zwingen die Organisatoren zu Einschränkungen, die sich in den vergangenen Wochen konkretisiert haben.
So ist die Veranstaltungsgröße reduziert worden, statt 2000 sind noch maximal 1700 Kinder gleichzeitig auf dem Gelände erlaubt. Außerdem wurde die Altersbeschränkung angepasst: In den ersten beiden Wochen dürfen nur Kinder von neun bis 15 Jahren teilnehmen, vom 17. August an ist Mini-München auch für Teilnehmer ab sieben Jahren geöffnet. Wegen des höheren Teilnahmealters benötigt die Spielstadt weniger Betreuung, weshalb der Elternbereich kleiner ausfällt.
Die Gesamtkalkulation für Mini-München 2026 beläuft sich auf gut eine Million Euro, das sind bereits 300 000 Euro weniger als 2024. Der Betrag ist bisher nicht erreicht, allerdings sind die Organisatoren zuversichtlich, das Geld über Kooperationspartner und Spenden an den Förderverein zusammenzubekommen. Sparmaßnahmen betreffen laut Margit Maschek-Grüneisl vom Verein Kultur und Spielraum „vor allem technische Ausstattung“. So wird die Zahl der teuren Zelte für den Außenbereich reduziert, in den Zelten selbst wird die Beleuchtung zurückgenommen.
Im Fat Cat trifft sich unterdessen das Amt für Stadtgestaltung von Mini-München. Dort wird unter der Leitung von Zoë Schmederer ein Mini-München geplant, das trotz Einsparungen den gleichen Spielspaß wie in den Vorjahren bieten soll. „Wir sehen es als Möglichkeit, Mini-München mit den Kindern gemeinsam zu überdenken“, sagt Schmederer, „das ist eine tolle Chance.“
Verschiedene Betriebe werden zusammengelegt, um Raum zu sparen
Die größte Limitierung ist die Spielfläche, ein Teil des Geländes hinter der Reithalle wird nicht mehr angemietet. Statt 60 verschiedenen Betrieben, in denen Kinder tätig werden können, planen die Organisatoren aktuell mit 50. „Lieber finden wir neue Lösungen und legen Betriebe zusammen, als dass wir etwas ganz streichen“, sagt Schmederer.
Anstatt Kino, Theater und Museum zu trennen, ist für 2026 das Kulturzentrum „Kulturknödel“ geplant, alle gastronomischen Angebote werden in einem Food Court zusammengelegt. Das raumgreifende Stadtbad weicht einer Wasserspielstelle, um im Sommer für Abkühlung zu sorgen. Und der Mini-München-Bauhof orientiert sich am großen München: Statt wie 2024 einen eigenen Stadtteil zu bauen, setzen die Stadtplaner auf Nachverdichtung und Mehrfachnutzung. So kommen beispielsweise in den Buden des Einwohnermeldeamts auch verschiedene Marktstände unter.
„Den meisten werden die Einsparungen in Mini-München 2026 nicht sofort auffallen“, sagt Margit Maschek-Grüneisl. Die Kinder sollen die Spielstadt so authentisch erleben wie in den Jahren zuvor, dennoch muss die Stadt enger zusammenrücken. Je mehr Spenden und Kooperationen bis August zusammenkommen, umso größer wird die Spielfläche, da zusätzliches Gelände angemietet werden kann.
Mehr Geld bedeutet auch eine reichhaltigere Ausstattung der Betriebe; welche Neuerungen für dieses Jahr geplant sind, wollen die Organisatoren allerdings bislang nicht verraten. Eines bleibt jedoch gleich: Mini-München kostet auch 2026 keinen Eintritt. Für Maschek-Grüneisl ist dies vielleicht die wichtigste Konstante seit der ersten Ausgabe 1979. Wenn die Spielstadt ihrem demokratischen Ansatz gerecht werden soll, dann müsse sie „so maximal offen für alle sein wie die echte Stadt“.


