Spielstadt in den SommerferienMini-München ist gerettet

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Bei Mini-München können Kinder lernen, wie eine Stadt funktioniert, zum Beispiel auch in der eigenen Mini-Bank.
Bei Mini-München können Kinder lernen, wie eine Stadt funktioniert, zum Beispiel auch in der eigenen Mini-Bank. Catherina Hess
  • Der Stadtrat stellt 500 000 Euro für Mini-München 2026 zur Verfügung und rettet damit das seit mehr als 45 Jahren bestehende Demokratie-Lernprojekt für Kinder.
  • Die Spielstadt findet im kommenden Jahr auf dem Bildungscampus Riem statt, nachdem sie seit 2012 keinen festen Standort mehr hatte.
  • Ein neu gegründeter Förderverein hatte vor zwei Tagen noch vor einem "stillen Verwaltungstod" des Projekts gewarnt, das zuletzt rund 32 900 Kinder erreichte.
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Seit mehr als 45 Jahren lernen Kinder in einer Spielstadt, wie Demokratie funktioniert. Doch wegen der Haushaltskrise stand das Projekt auf der Kippe. Nun gibt es gute Neuigkeiten und ein neuer Ort ist auch gefunden.

Von Kathrin Aldenhoff

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Direkter können Kinder eigentlich nicht lernen, wie Demokratie funktioniert: Sie organisieren eine eigene Stadt, drei Wochen lang in den Sommerferien. Wählen einen Bürgermeister, arbeiten im Finanzamt, sind Bäcker oder Polizistin. Mini-München, das ist ein Vorzeigeprojekt, Vorbild für Spielstädte in anderen Ländern – und stand doch in den vergangenen Monaten auf der Kippe. Ende Oktober gründeten Eltern, frühere Teilnehmer und andere Münchner einen Förderverein, um die Kinderstadt zu retten. Nun ist klar: Im kommenden Jahr wird es ein Mini-München geben. Und ein Ort ist auch gefunden.

Der Stadtrat wird 500 000 Euro für Mini-München 2026 zur Verfügung stellen, das teilten Grüne und SPD am Donnerstag mit. „Das Projekt gehört seit über 45 Jahren zu München und das wird auch so bleiben“, sagt Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD). „Ich selbst war, wie viele andere auch, Mini-Münchnerin.“ Das Projekt sei einzigartig, sagt Clara Nitsche von den Grünen. „Kinder erfahren spielerisch, wie eine Stadt funktioniert. Sie lernen, wie komplex das ist und wie Demokratie funktioniert.“ Im kommenden Jahr werden sie das auf dem Bildungscampus Riem tun: In Klassenzimmern und der Mensa, in der Aula und auf den Sportplätzen sollen die Münchner Kinder spielen.

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Vor zwei Tagen erst hatte der neu gegründete Förderverein mit einer Pressemitteilung vor einem „stillen Verwaltungstod“ von Mini-München gewarnt. Die Infrastrukturmittel für die Spielstadt sollten aus dem Budgetvorschlag für die Haushaltsberatungen des Stadtrats gestrichen werden, heißt es in dem Schreiben, und die Vorsitzende Leonie Jung-Irrgang sagte: „Es wäre ein Skandal, wenn Mini-München einfach still gestrichen wird – ohne politische Diskussion, ohne weitergehende städtische Verantwortung und folglich ohne echte Zukunftsperspektive.“

Im Jahr 1979 wurde Mini-München das erste Mal aufgebaut. Lange stand die Spielstadt in der Event-Arena des Olympiaparks. Seit diese 2012 wegfiel, gab es keinen festen Standort mehr. Und seitdem müssen alle zwei Jahre Mittel im städtischen Haushalt für Miete, Nebenkosten und Infrastruktur beschlossen werden. Rund 800 000 Euro waren es zuletzt, sagt Clara Nitsche, dieses Mal wird weniger zur Verfügung stehen. Die Lösung kommt nun gerade noch rechtzeitig, damit der Stadtrat die 500 000 Euro im Dezember bei der Entscheidung über den Haushaltsplan 2026 beschließen kann.

„Wir passen uns an die neuen Gegebenheiten an, an Geld, Ort und Planungszeitraum“, sagt Margit Maschek von Kultur & Spielraum, dem Verein, der Mini-München veranstaltet. „Stadt spielen kann man im Kleinen und im sehr Großen.“ Im vergangenen Jahr kamen 32 900 Kinder, jeden Tag zwischen 1500 und 2500, drei Wochen lang. „Es ist eine wunderbare Gelegenheit, mit so vielen Kindern wie möglich die wichtigsten Probleme unserer Zeit zu besprechen, vielleicht zu ganz anderen Lösungen zu kommen, als es uns Großen möglich ist, und die gleich umzusetzen.“

Im Stadtrat bemühen sie sich nun, eine langfristige Lösung für Mini-München zu finden – damit die Spielstadt nicht in zwei Jahren womöglich wieder zur Diskussion steht.

Es wäre auch ein seltsames Signal gewesen, wenn die große Stadt München die kleine Stadt nicht finanzieren würde: Denn Gerd Grüneisl, der Mini-München vor mehr als 45 Jahren erfand, soll dafür vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet werden.

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