Milbertshofen Grün sieht die rote Karte

Bezirksausschuss lehnt Feld-, Wald- und Wiesenplan ab

Der Blick aus dem Weltall macht es möglich: Satellitenbilder zum Beispiel zeigen unter anderem auch, wie grün die Städte in Deutschland wirklich sind. Bei der Auswertung von 185 Bildern hat die Berliner Morgenpost folgendes festgestellt: München hat 49,9 Prozent grüne Flächen und landet damit von den 79 grünsten Großstädten Deutschland auf Platz 74.

Diese Platzierung ist Anlass für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, mehr Grün in der Stadt und besonders für den elften Stadtbezirk zu fordern. Die Stadt soll einen Plan erstellen, auf der alle möglichen Standorte für neu zu pflanzende Bäume sowie alle Flächen, auf denen Blühwiesen angelegt werden können, zu sehen sind. "Es ist wichtig, dass wieder Nachpflanzungen stattfinden" erklärt Nicole Riemer-Trepohl (Grüne).

Die Forderung nach Blühwiesen war es aber, die in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Milbertshofen-Am Hart den Lokalpolitikern nicht gefiel. "Uns stören die Blühwiesen", erklärte Mathias Kowoll (SPD), sie würden selten gemäht und wären dann als Freiflächen kaum mehr zu nutzen. Schließlich sei erst eine der letzten großen Freiflächen durch ein "Wohnen für alle"-Projekt am Frankfurter Ring verschwunden. Blühwiesen stellen auch eine Problematik für Allergiker dar, äußerte sich auch Claus Wunderlich (FDP). Die CSU kritisierte den "Schaufensterantrag" der Grünen. Er sei, so erklärte Tina Pickert, schlicht nicht die Aufgabe des BA, die Stadt mit so einem Antrag zu beschäftigen. Auch die Freien Wähler/ÖDP betonten, dass es bereits eine Grünflächendarstellung gäbe. Der Antrag wurde abgelehnt.