Die französische Hafenstadt Marseille war im Leben von Walter Benjamin eine der letzten Stationen. Das war 1940, der große Denker war damals wie viele andere auf der Flucht. In den Jahren 1926 und 1928 war Benjamin ebenfalls schon dort. Er schlenderte durch traurige Gassen, den stinkenden Hafen und experimentierte mit Haschisch, wie eine Gruppe von „Denkbildern“, literarischen Aufzeichnungen verrät. Auf welche „Schwelle“ oder „Überschreitung“ Michaela Melián mit dem Titel ihres Musikstücks „Traverse Benjamin“ anspielt, das müsste man sie fragen. Der maschinenhafte Rhythmus, die leicht schaurigen Keyboard-Akkorde können vieles implizieren. Aber vielleicht ist alles ja ganz anders und der afroamerikanische Politiker Traverse Benjamin Pinn Sr. ist hier gemeint?
Solo-Album von Michaela MeliánGeisterhafte Klänge aus Marseille
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Viele Orte prägen das Schaffen von Michaela Melián, wie auch auf dem aktuellen Musik-Album zu hören ist. Hier steht die Künstlerin an dem von ihr gestalteten Zwangsarbeiter-Gedenkort „Ulrichsschuppen“ im Waller Hafengebiet.
Sina Schuldt/picture alliance/dpaDie Münchner Künstlerin und Mitgründerin der legendären Pop-Band „F.S.K.“ Michaela Melián legt mit „Music for a While“ ein dunkel funkelndes Solo-Album vor.
Von Jürgen Moises
