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Messestadt Riem:Zu viel Müll

Die Stadtverwaltung verspricht, die Abfallbeseitigung stärker zu kontrollieren

Von Ilona Gerdom, Messestadt Riem

Ob im Riemer Park oder auf dem Willy-Brandt-Platz, eins treibt die Messestädter um: der Müll. Immer wieder wandten sie sich mit Klagen über die Verschmutzungen im öffentlichen Raum an den Bezirksausschuss (BA) Trudering-Riem. Der stellte Antrag um Antrag, nun hat das Baureferat geantwortet. Ganz zufrieden ist man im Gremium aber nicht.

Nicht nur Dreck auf Frei- und Grünflächen, sondern auch auf und an Straßen sorgt für Unmut. Zum Beispiel die Selma-Lagerlöf-Straße. Sie führt von der U-Bahn-Haltestelle Messestadt Ost zum Riemer Park. Entsprechend beliebt und damit anfällig für Überbleibsel aller Art sind die Gehwege dort. Nach einer Prüfung kam das Baureferat jedoch zu dem Schluss, der Abschnitt sei in "ordentlich gereinigtem Zustand". Trotzdem wurde bereits ein weiterer Mülleimer zwischen Hausnummer 16 und 20 aufgestellt und wie vom BA gefordert, soll gegenüber ein weiterer folgen. Ebenso wird der Behälter am U-Bahn-Aufgang ersetzt.

Für Susanne Weiß, Fraktionssprecherin der Grünen, ist das nicht genug. Sie will, dass öfter gereinigt wird. Vor allem die vielen Zigarettenstummel seien ein Problem: "Es nervt einfach, dass so viel Müll rumliegt." Auch Michael Weinzierl (CSU) betont: "Müll will man nicht in seiner Wohnumgebung." Im Gremium hatte man außerdem vermutet, dass die "zunehmende Vermüllung" auch mit den Bauarbeiten zwischen Heinrich-Böll-Straße und Elisabeth-Castonier-Platz zusammenhängt. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass man bereits in Kontakt mit den Bauleitungen stehe, "um die Beseitigung von Verschmutzungen immer wieder anzumahnen".

Eine weitere Müll-Hochburg ist in den Augen der Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker der Edinburghplatz. Auch hier wünschte sich das Gremium mehr Putztrupps. Laut Verwaltung werden der östliche Bereich der Grünfläche und der Pavillon bereits dreimal die Woche sauber gemacht. Man werde das "verstärkt kontrollieren" und gegebenenfalls intensivieren. Besonders erzürnt war und ist man im Bezirksausschuss über die Situation vor den Riem Arcaden. Überquellende Mülleimer sind dort kein seltener Anblick. Oft verteilen sich auf dem Willy-Brandt-Platz McDonalds-Tüten und Pappbecher. Häufig werden sie von Krähen aus den Abfallbehältern gezerrt oder vom Wind verstreut. "Es schaut furchtbar aus", findet Weiß.

Das Baureferat gibt an, dass der Willy-Brandt-Platz sowie der Platz der Menschenrechte jeden Werktag zweimal, insgesamt also zwölfmal pro Woche gereinigt würden. Dazu gehört auch das Leeren der Abfallbehälter. Da man Speisen derzeit nicht im Einkaufscenter selbst zu sich nehmen könne, habe die Menge an Verpackungsmüll zugenommen. Die Verkehrsflächen rund um die Arcaden dagegen lägen nicht im Aufgabenbereich der Stadt, der Eigentümer müsse sich um Sauberkeit kümmern. Mit dem hatte das Gremium bereits Kontakt. Trotzdem scheint schwierig herauszufinden zu sein, wer für welchen Müll die Verantwortung trägt. "Wir müssen alle an einen Tisch bekommen", fordert Weiß. Darum will der BA nun einen gemeinsamen Gesprächstermin. Vielleicht kann man so wenigstens den Abfall vor den Arcaden reduzieren.

© SZ vom 13.04.2021
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