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Messestadt Riem/Berg am Laim:Bildungsoffensive mit Anlauf

Rund dreieinhalb Jahre dauert es noch, bis der Schulcampus im Westen der Messestadt Riem den Betrieb aufnehmen kann. Die erforderlichen Vorläuferklassen werden im Berg am Laimer Michaeligymnasium gebildet

Von Renate Winkler-Schlang, Messestadt Riem/Berg am Laim

Erst im Schuljahr 2022/23 wird der Schulcampus mit sechszügigem Gymnasium sowie fünfzügiger Realschule, Schulschwimmhalle, Sportpark und einer Dependance der Volkshochschule im Technologiepark im Westen der Messestadt Riem an der Joseph-Wild-Straße in Betrieb gehen können. Doch es gibt eine gute Nachricht für alle Eltern, die für diese Schule gekämpft haben und auf dieses Angebot warten: Bereits im kommenden Schuljahr 2019/20 werden für den Gymnasiumszweig Vorläuferklassen gebildet, also Klassen, die später geschlossen in den Neubau ziehen werden, und zwar am Berg am Laimer Michaeligymnasium an der Hachinger-Bach-Straße. Die Zahl dieser Klassen wird laut Katharina Rieger vom städtischen Referat für Bildung und Sport von der Nachfrage abhängen. Man gehe derzeit von drei, maximal vier Klassen aus, ergänzt Sprecherin Carolin Völk aus dem Kultusministerium.

Das Michaeligymnasium platzt zwar selbst aus allen Nähten - nicht umsonst will die Stadt auf dem derzeit noch von der griechischen Schule blockierten Nachbargrundstück ein weiteres Gymnasium bauen. Doch der Andrang am "Michi" liegt nicht zuletzt an den zahlreichen Familien aus der Messestadt. Es wird daher laut Kultusministerium mit den Vorläuferklassen nicht zusätzlich belastet. Vielmehr werde das Berg am Laimer Gymnasium im Folgejahr sogar ein wenig entlastet. Denn dann werden die ersten beiden Jahrgänge der Vorläuferklassen in ein Interimsquartier in der Messestadt ziehen können.

Sie sollen zwar formal noch vom Michaeligymnasium geführt werden, jedoch Unterschlupf finden an der Grundschule Astrid-Lindgren-Straße im Osten der Messestadt, wo dann vorhandene Container nicht mehr gebraucht werden. Wie sehr die Stadt mit Platz jonglieren muss, zeigt aber die Tatsache, dass der dritte Vorläufer-Jahrgang dann wieder am Michaeligymnasium beginnen wird. Im September 2022 ziehen alle gemeinsam um, sodass das neue Gymnasium dann bereits mit den Klassenstufen fünf bis acht starten kann.

Am Ernst-Mach-Gymnasium in Haar, das derzeit vielfach von Kindern und Jugendlichen aus der Messestadt und aus Riem angesteuert wird, werden nach Auskunft des Kultusministeriums dann aus diesem Teil der Stadt voraussichtlich nur noch Geschwisterkinder angenommen. Am ebenfalls ausgelasteten Gymnasium im benachbarten Trudering werden weiter aus diesem Bereich Anmeldungen für den gebundenen Ganztag entgegengenommen, den es dort gibt. Doch ansonsten werden dort aus Riem und auch aus Kirchtrudering künftig ebenfalls nur noch Geschwisterkinder berücksichtigt.

Man sieht also: Der neue Schulcampus wird wirklich dringend gebraucht. Zu verdanken ist er nicht zuletzt engagierten Müttern und Vätern: Auslöser für seinen Bau war eine Petition des "AK zur Errichtung des Schulcampus Messestadt" an die Stadt, unterschrieben von Hunderten betroffenen Eltern.

Einschreibung zu den Vorläuferklassen ist am Michaeligymnasium. Die online-Voranmeldung wird auf der Homepage der Schule am 8. April freigeschaltet, erforderlich ist aber dennoch die persönliche Anmeldung am 7. Mai. Der erste Informationsabend dort hat bereits stattgefunden, es soll aber noch vor Ostern einen weiteren geben, bei dem die Stadt und Vertreter des Kultusministeriums auch Pläne und Ausrichtung des neuen Gymnasiums vorstellen. Der Arbeitskreis der Messestadt-Eltern informiert über den Termin, sofern die Schulleitungen es erlauben, in den Grundschulen in und um die Messestadt, verspricht dessen Sprecher Martin Rauch. Er wird aber auch auf der Webseite des Michaeligymnasiums platziert.

Für die Messestadt-Realschule werden keine Vorläuferklassen im klassischen Sinne nötig, denn diese städtische Schule ist von vornherein nicht als eine eigenständige Neugründung geplant. Es sollen im Jahr 2022 zwei Klassenzüge der Werner-von-Siemens-Realschule aus der Neuperlacher Quiddestraße in den neuen Campus umsiedeln, nur ein Zug soll als Grundversorgung in Neuperlach bleiben, bis ein dort geplanter Erweiterungsbau realisiert werden kann.

© SZ vom 05.03.2019

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