Süddeutsche Zeitung

Messerattacke in Pasing:Mann sticht Ehefrau nieder

Versuchte Tötung wegen Trennung: Als seine Ehefrau die neunjährige Tochter zu sich holen wollte, griff der Türke zum Küchenmesser.

Weil sich seine Ehefrau von ihm trennen wollte, hat ein Münchner am Dienstagabend die 38-Jährige mit einem Küchenmesser niedergestochen. Die Frau erlitt schwere Verletzungen, Lebensgefahr bestand nicht.

Der Täter flüchtete zunächst und stellte sich einen Tag später der Polizei. Er wurde wegen versuchter Tötung festgenommen.

Das Paar stammt aus der Türkei und lebt mit fünf Kindern im Alter zwischen neun und 21 Jahren in Pasing. Allerdings schien die Ehe für die 38-Jährige nach Angaben der Polizei alles andere als glücklich zu sein: Der Mann war offenbar depressiv, nahm Psychopharmaka ein und drohte mehrfach, sich umzubringen.

Nachdem ihm seine Frau erklärte, sie wolle sich scheiden lassen, wurde er gewalttätig und schlug zu. Vor etwa einer Woche dann hatte sie genug. Sie zog in ein Frauenhaus um. Die Kinder ließ sie in der Wohnung beim Ehemann zurück.

Am Dienstagabend, gegen 20 Uhr, kam sie zurück. Sie wollte ihr jüngstes Kind, ein neunjähriges Mädchen, zu sich holen. Darüber kam es, so die Polizei, erneut zu einem Streit zwischen den Eheleuten. Schließlich packte der 43-Jährige seine Frau, zerrte sie ins Badezimmer und schloss ab.

Dann ging er in die Küche, holte ein Messer mit gut 30 Zentimeter Klingenlänge und versteckte es unter seiner Jacke. Er sperrte die Badezimmertür auf, zog das Messer und stach es der Frau unterhalb des linken Rippenbogens und auf Höhe des Bauchnabels in den Oberkörper.

Die Tochter wachte durch die lauten Hilfeschreie der Mutter auf und lief ins Bad. Dort fand sie ihre schwer verletzte Mutter. Beim Anblick seiner Tochter rannte der Vater aus der Wohnung. Am Mittwoch gegen 14 Uhr stellte sich der Flüchtige mit einem Anwalt der Polizei.

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Quelle:
SZ vom 26.7.2007
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