Messe München Ausbau aufgeschoben

Rückschlag für den Messechef: Eigentlich wollte Dittrich den Ausbau der Messe bereits 2013 abgeschlossen haben. Doch nun kann die Erweiterung um zwei Hallen frühestens im Mai 2016 beginnen - unter bestimmten Voraussetzungen.

Von Michael Tibudd

Die Messe München muss bei ihren Ausbauplänen einen Dämpfer hinnehmen: Zwar haben Gesellschafter und Aufsichtsrat am Donnerstag grundsätzlich und einstimmig für den Bau zweier weiterer Messehallen gestimmt. Allerdings soll der Ausbau drei Jahre später kommen als von der Geschäftsführung der Messegesellschaft gewünscht.

Die Erlaubnis steht überdies unter Vorbehalten. "Die Messegesellschaft muss den Bedarf für die Hallen weiterhin nachweisen", sagt Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der auch Chef des Aufsichtsrats der Messegesellschaft ist. Außerdem muss die Messegesellschaft ihre Wirtschaftlichkeit verbessern. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) geht davon aus, dass die Messe sich entsprechend weiterentwickelt, und sieht die Entscheidung als "positives Signal für den Messestandort München". Stadt München und Freistaat Bayern sind Hauptgesellschafter der Messe.

Damit ist klar, dass der nach heutiger Kalkulation 93 Millionen Euro teure Neubau frühestens im Mai 2016 beginnen kann. Messechef Klaus Dittrich hatte das Jahr 2013 angestrebt. Ein Neubau dieser Größenordnung ist wegen des Veranstaltungskalenders stets nur alle drei Jahre möglich. Denn in diesem Turnus findet die Baumaschinenmesse Bauma statt, die das Messegelände samt Freiflächen bis auf den letzten Quadratmeter füllt.

Ursprünglich wollte Dittrich nach der Bauma 2013 bauen, nun sollen die Hallen nach der Bauma 2016 kommen. Als Bauzeit sind zweieinhalb Jahre bis Ende 2018 veranschlagt. Dittrich hält den Ausbau für notwendig, weil derzeit immerhin fünf Messen komplett ausgebucht sind und Firmen auf langen Wartelisten ausharren müssen. "Dadurch verlieren wir Geld", sagt der Messechef.

Das schon für 2013 eingeplante Geld für den Neubau will Dittrich nun ins Programm der Messegesellschaft stecken, Verhandlungen über den Zukauf neuer Veranstaltungen laufen. Die Auflage, die Messe möge wirtschaftlicher werden, sieht er nicht als Bedrohung: Bis ins Jahr 2018 will er ohnehin 130 Millionen Euro sparen. "Wenn wir da im Plan bleiben, reicht das."