Gaststätte in HarlachingIn der Menterschwaige tönt wieder die Fassglocke

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Bei jedem Fassanstich soll die Glocke läuten, sagt Augustiner-Chef Martin Leibhard (rechts) bei der offiziellen Eröffnung des Gutshofs Menterschwaige. Augustiner-Geschäftsführer Marc Kusche (links) und das Wirtepaar Till und Pamela Weiß sind guter Dinge, dass es oft klingelt.
Bei jedem Fassanstich soll die Glocke läuten, sagt Augustiner-Chef Martin Leibhard (rechts) bei der offiziellen Eröffnung des Gutshofs Menterschwaige. Augustiner-Geschäftsführer Marc Kusche (links) und das Wirtepaar Till und Pamela Weiß sind guter Dinge, dass es oft klingelt. (Foto: Stephan Rumpf)

Das Wirtepaar Till und Pamela Weiß und die Augustiner-Brauerei laden zur Wiedereröffnung des Biergartens. Und Pfarrer Schießler muss seine Predigt wegen höherer Gewalt kurz halten.

Von Sarah Maderer

Fragt man Augustiner-Chef Martin Leibhard, auf welchem Platz der Gutshof Menterschwaige auf der Rangliste der Brauerei-Flaggschiffe zu verorten ist, so lautet seine Antwort: „Auf jeden Fall unter den Top Ten!“ Da wundert es nicht, dass zur offiziellen Eröffnung der Harlachinger Gaststätte am Montagabend rund 230 Gäste der Einladung der Augustiner Brauerei, des Gutsbesitzers Dieter Pawlik und der Wirtefamilie Weiß gefolgt sind.

Unter ihnen sind neben den Geschäftsführern und Gesellschaftern der Augustiner Brauerei auch Vertreter der Stadtpolitik wie Stadtrat Alexander Reissl (CSU) sowie Wirtekollegen, etwa Gregor Lemke vom Klosterwirt und das Ehepaar Stiftl, das vor Kurzem bekannt gab, dass es den Spöckmeier am Marienplatz und das Paulaner Festzelt auf dem Oktoberfest übernehmen werde.

Die schönste Anfahrt hätte man wohl auf dem Radweg entlang des Isarhochufers, der direkt am Biergarten der Menterschwaige vorbeiführt. Doch angesichts der schlechten Wettervorhersage wollte es kaum jemand riskieren, mit ruinierter Lederhose oder nassem Dirndl vom Rad zu steigen. Model und Autorin Monica Meier-Ivancan trägt ein Modell in Pastell. Beim Empfang im Innenhof rückt die Gästeschar unter der Überdachung zusammen, während die Wolkendecke ein bedrohliches Grau annimmt und die Redner dazu anhält, sich kurzzufassen. Leibhard begrüßt die Familie Weiß in ihrer neuen Wirkungsstätte: „Wo immer wir Holzfassbier ausschenken, liefern wir eine Glocke mit, die immer dann schellt, wenn ein Fass frisch angestochen wird. Ich hoffe, dass der Klang eurer Glocke nie verstummt!“ Till und Pamela Weiß führten sieben Jahre lang den Augustiner am Wörthsee, bevor sie mit ihren zwei Söhnen nach Grünwald zogen, um die Menterschwaige zu übernehmen. Till Weiß versprach sich davon „den großen Wurf“. Die Monate seit der Eröffnung am Osterwochenende hätten ihm recht gegeben.

Pfarrer Rainer Maria Schießler segnet noch schnell die Gaststätte, bevor der Regen einsetzt.
Pfarrer Rainer Maria Schießler segnet noch schnell die Gaststätte, bevor der Regen einsetzt. (Foto: Stephan Rumpf)

Als Letztes ergreift Pfarrer Rainer Maria Schießler das Wort. Der schwelgt bei solchen Feiern gerne in ausgedehnten Ansprachen, die sich stets zwischen Predigt und Stand-up-Comedy bewegen. Dieses Mal schneidet ihm aber eine höhere Gewalt das Wort ab. Bei einsetzendem Regen geht sich nur mehr ein schneller Segen mit Gebet aus.

Die Gäste stürmen das Buffet und finden Unterschlupf an den eingedeckten Tischen im historischen Gewölbe. Zu Pasta aus dem Parmesanlaib und Spießbraten vom Buchenholzgrill spielen die Musikanten und laufen die Zapfhähne. Hauseigentümer Dieter Pawlik hat sich mit seiner Familie einen ruhigen Platz im Außenzelt am Biergarten gesucht. An seinem Tisch haben auch Veronica Ferres und Gatte Carsten Maschmeyer mit Hündin Luna Platz genommen – beide ohne Tracht. Ferres habe nach einem Interview kurz zuvor keine Zeit mehr gehabt, sich umzuziehen, erklärt sie mit entschuldigendem Blick auf ihre Jeansjacke. Sie habe bereits an einer Führung über den Gutshof teilgenommen. „Schön geworden!“, so ihr Fazit.

Auch ihr Tischnachbar Pawlik habe sich in die Menterschwaige verliebt, erzählt er. Er hätte sich für den Umbau auch dann mit Augustiner zusammengetan, wenn er vorher gewusst hätte, wie aufwendig die Arbeiten wegen der denkmalgeschützten Bausubstanz ausfallen würden. Neben der Gaststätte mit Biergarten, in dem rund 1000 Gäste Platz finden, ist nun auch ein Hotel mit 28 Zimmern im Gutshof untergebracht. Dort nächtigen dann auch gleich einige der Gäste nach Ende der Feier um Mitternacht.

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