Meine Woche:Rosenkranz und Wallfahrtsbock

Martina Steidle

Martina Steidle.

(Foto: Privat)

Martina Steidle hat in Ramersdorf mit dem Frauendreißiger viel zu tun

Von Nico Kellner

Jeden 15. August feiern Katholiken die Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel - ein bedeutsamer Tag für die großen Marienwallfahrtsorte in Bayern. Es werden sogenannte Kräuterbuschen gesegnet und bekannte Lieder gesungen: "Maria, breit' den Mantel aus!"

Mit dem Feiertag am vergangenen Sonntag ist es aber noch lange nicht getan. Zumindest nicht in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf im Osten der Stadt. Martina Steidle () ist dort Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und erlebt auch die Wochen nach Mariä Himmelfahrt als eine für sie ganz besondere Zeit im Jahr. Noch immer "ganz berauscht von den schönen Ereignissen" des Feiertags, geht für sie auch schon der "normale Wallfahrtsbetrieb wieder los". Das heißt: Andachten, Gottesdienste, Rosenkränze - und das jeden Tag.

30 Tage lang wird nun im "Frauendreißiger" speziell Marias gedacht, der wichtigsten Frau im katholischen Glauben. Dieser Brauch, dessen erste Woche gerade beginnt, ist stark lokal geprägt. "Nur wenige Gemeinden begehen diese Zeit, in der Maria im Zentrum steht, so intensiv."

Von diesem Montag an genießt Martina Steidle deshalb ein "lebendiges Hin und Her" in Ramersdorf, bei dem viele Gäste in ihren Stadtteil kommen. Der Pfarrgemeinderat, dem sie vorsteht, hat dabei darauf zu achten, dass alles im Einklang mit den Corona-Auflagen abläuft. Alle in der Gemeinde seien froh, dass sie heuer - anders als im vergangenen Jahr - "zumindest ein bisschen auch das Fest drumherum feiern können" und sich nicht nur auf die Gottesdienste beschränken müssten. Dennoch sei die Besucherzahl in der Kirche weiterhin begrenzt. Abweisen müssen hat sie bisher aber noch niemanden. "Das wäre aber auch besonders blöd, weil Wallfahrten heißt ja auch, dass man von weiter weg kommt."

So nimmt die Woche ihren Lauf, und Martina Steidle wird viel mit der Organisation des diesjährigen Frauendreißigers zu tun haben. An ihrem Ende steht dann noch ein wichtiger Termin, nämlich die Segnung der Devotionalien am Sonntag. Das, erklärt Martina Steidle, seien religiöse Andenken und Souvenirs aus Maria Ramersdorf. Die gebe es in allen Ausführungen; neben Rosenkränzen, Medaillen und Alltagsgegenständen wie Schirmen und Taschen gehören etwa auch Pralinen und Biere dazu. So kann Martina Steidle den Sonntag also mit Süßem und Wallfahrtsbock ausklingen lassen und sich auf die darauffolgende Woche vorbereiten, in der der Frauendreißiger sie erneut auf Trab halten wird.

© SZ vom 16.08.2021
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