Meine Woche München rollt die Matte aus

Foto: Lukas Barth

Sanjay També organisiert den "1. International Day of Yoga"

Von Franziska Gerlach

Was macht ein Staatsoberhaupt, um das Ansehen seines Landes zu stärken, die Außenwirkung? Er trägt die überall geschätzten Errungenschaften seiner Nation in die Welt hinaus: Im Fall von Narendra Damodardas Modi, dem Premierminister Indiens, ist Yoga solch ein Gut - und daher wird an diesen Sonntag, 21. Juni, erstmals ein internationaler Yoga-Tag stattfinden. In München wird der "1. International Day of Yoga", wie er offiziell heißt, im Kulturhaus Milbertshofen am Curt-Mezger-Platz 1 begangen. "Ich fand die Idee sofort genial, als ich davon gehört habe", sagt Sanjay També. Er ist der Mann, der das Ereignis nach Deutschland geholt hat und den Yoga-Tag für München, Stuttgart und Frankfurt organisiert. An der Wörthstraße 13 in Haidhausen betreibt er "Santulan Ayurveda", einen Shop für ayurvedische Produkte mit angegliederter Therapiepraxis - auch Yoga kann man hier natürlich lernen.

Und wenn der 50-jährige Heilpraktiker aus der westindischen Stadt Pune von der Entstehung und Entwicklung des Yoga erzählt, von Kriya und von Hatha Yoga, ist beim Zuhörer viel Aufmerksamkeit gefragt. Die eine Form zielt eher auf die Stärkung der Konzentration ab, die andere baut Muskeln auf und macht körperlich fit, wieder andere Formen unterstützen von allem etwas. També weiß, wie komplex das Thema ist. Und gerade deshalb hat er den Yoga-Tag so angelegt, dass der Besucher möglichst viel ausprobieren kann. "Wie soll ein Mensch sonst herausfinden, was das Richtige für ihn ist?", sagt També.

Im Saal des Kulturhauses geben Münchner Yoga-Studios dem Besucher kostenlose Einführungen in ihre jeweilige Ausrichtung, selbst für Kinder findet eine Schnupperstunde statt. Neben Workshops erwarten den Besucher Vorträge, das Foyer und das erste Obergeschoss verwandeln sich in einen "Markt für den yogischen Lebensstil", es werden klassische indische Tänze aufgeführt und zur Eröffnung um 10.30 Uhr spricht Sevala M. Naik, der indische Generalkonsul in München. Und auch eine Videobotschaft von Narendra Damodardas Modi bekommen die Besucher im Kulturhaus Milbertshofen dann zu sehen, denn natürlich rollt auch der Premierminister an diesem Tag in Indien die Yoga-Matte aus - der Zeitverschiebung wegen allerdings dreieinhalb Stunden zuvor. In München macht Sanjay També jeden Morgen zehn Minuten lang seine Übungen. Dieser Moment sei durch nichts in der Welt zu ersetzen, sagt er. "Das ist, als würde es eine Woche lang regnen und dann plötzlich die Sonne scheinen."