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Meine Woche:Kilometer im Kopf und in den Füßen

Clemens Mulokozi

Clemens Mulokozi.

(Foto: Privat)

Clemens Mulokozi läuft und sammelt Spenden für Tansania

Von Justus Wilke

Mehr als 100 Kilometer möchte Clemens Mulokozi () in dieser Woche laufen. Dabei hat er im August schon fast 400 Kilometer in München zurückgelegt und ist dafür häufig schon gegen 5.30 Uhr aufgestanden. Bei solchen Zahlen stellt sich die Frage: Was motiviert den Münchner? Genau genommen hat Mulokozi zwei Ziele. Einerseits will der begeisterte Läufer aus Ehrgeiz die Marke von 500 Kilometern innerhalb eines Monats knacken. Andererseits möchte er mit dieser Aktion Spenden sammeln.

Am Montag wird Mulokozi deshalb real 22 Kilometer von Trudering in Richtung Putzbrunn laufen, dann weiter nach Haar und um den Riemer See zurück nach Hause. Virtuell schaut er am Montag aber auch bei einem Hilfsprojekt in Tansania vorbei. Auf Facebook lässt sich Mulokozis theoretischer Weg in Tansania verfolgen. Dabei präsentiert er mehrere Hilfsprojekte.

15 000 Euro will der Münchner sammeln, wobei das von Montag an gespendete Geld bis zum Erreichen der Zielsumme von einem Starnberger Unternehmen verdoppelt wird. Das Geld soll an den Verein Jambo Bukoba (www.jambobukoba.com) gehen, den Mulokozi vor zwölf Jahren gegründet hat. Acht Mitarbeiter betreuen in Tansania gut ein Dutzend Projekte, in denen sie unter anderem gegen traditionelle Geschlechterrollen ankämpfen. "Wir nutzen Sport, um Mädchen Selbstbewusstsein zu geben und bei Jungen Vorurteile abzubauen", sagt Mulokozi über die Arbeit von Jambo Bukoba. Nun brauchen die Mitarbeiter ein neues Auto, weil das alte nichts mehr taugt. Bei der täglichen Arbeit sind Autos unverzichtbar, weil die Distanzen in Tansania so groß sind. Auch um diese großen Dimensionen den Menschen in Deutschland zu veranschaulichen, hat sich Mulokozi die virtuelle Lauf-Challenge ausgedacht.

Am Dienstag plant er nur eine kleine Runde von rund elf Kilometern. Dafür läuft er von zu Hause direkt zum Riemer See und zurück nach Trudering. "Das, finde ich, ist das Schöne an München: Du kannst einfach von deiner Haustür aus loslaufen", sagt Mulokozi. Am Donnerstag gönnt er sich eine Pause, um dann ausgeruht in die je 21 Kilometer am Freitag und Samstag zu starten. Wenn der Plan aufgeht, steht am Sonntag das Finale an der Isar an. Am Tucherpark trifft sich Mulokozi mit weiteren Läufern, die für den Endspurt ihre Unterstützung zugesagt haben. Um die letzten 30 Kilometer zu zelebrieren, geht es 15 Kilometer flussaufwärts und wieder zurück. Dann sind Mulokozis Beine im August 500 Kilometer in München gelaufen. Mulokozis Kopf hingegen hat die Strecke in Tansania zurückgelegt.

© SZ vom 24.08.2020

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