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Meine Woche:Am Montag sticht der Telefon-Joker

Annette Knipfer

Annette Knipfer.

(Foto: Marco Zielske)

Annette Knipfer hilft Schülern im Recherche­service der Stadtbücherei

Rassismus in Comics", "Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus im Mont-Blanc-Gebiet" oder einfach "alles zum Thema Züge und Kriminalliteratur". Was diese unterschiedlichen Themen gemeinsam haben? Sie können alle in einem Arbeitstag von Annette Knipfer () vorkommen. In der Stadtbibliothek am Gasteig berät sie Schüler und Studierende als Mitarbeiterin des "Rechercheservice-Plus" rund um Literaturrecherche und Hausarbeiten. Und da in diesen Tagen dabei das Wort "Haus" besonders großgeschrieben wird, muss der beliebte Service, wie so vieles andere auch, ans Telefon verlagert werden.

Damit einhergeht ein Alltag voll Altbekanntem im neuen Format. So ist Knipfer montags als "Telefon-Joker", wie sie es lachend ausdrückt, ganz individuell 30 Minuten pro Fall verfügbar und gibt Hilfestellung im Dschungel aus Literatur und Recherchestrategien. Es ist eine "Hilfe zur Selbsthilfe", beschreibt sie, "wir zeigen eher den Weg". Und vor allem jetzt seien die Lehrkräfte und Schüler für die zusätzliche Unterstützung besonders dankbar. Aber auch Knipfer und ihr Team lernten bei den manchmal kniffligen Themen stets Neues. "Wir haben da auch unseren bibliothekarischen Ehrgeiz." Dazu gehöre auch, sich mit Fortbildungen und regelmäßigen Schulungen auf dem neuesten Stand zu halten. Denn nicht nur die Interessen und Themen der Schüler änderten sich, sondern auch die Möglichkeiten, an gute Literatur zu kommen. "Wir halten uns immer fit", so die Devise, denn auch in dieser Woche stehen wieder Schulungen an.

Kommenden Dienstag ist als weiteres neues altes Format das erste Online-Recherchetraining für eine W-Seminar-Klasse im Fach Geschichte dran. Das Thema: das Kriegsende für Kinder in Bayern. Ebenso eine Veranstaltung, die sonst persönlich mit den 15 Schülern stattgefunden hätte, aber nun ihren Weg auf die Bildschirme finden wird. "Es kommen viele kreative Ideen auf", findet Knipfer. Eine davon steht mittwochabends bei ihr im persönlichen Kalender. Fernab von Telefonberatungen, Datenbanken und Schulungen. "Flower Power", ein Live-Spaziergang rund um die Fragen des Bienensterbens und der bienenfreundlichen Stadtgestaltung. Ein Beispiel für das neue Online-Angebot der Stadtbibliothek, wie auch für die Vielfalt der virtuell umsetzbaren Formate.

Wobei auch diese Vielfalt ihre Grenzen hat. Annette Knipfers wöchentliche Chorproben beispielsweise lassen sich nicht so leicht auf Zoom bewerkstelligen. "Es hakt einfach an der Technik."

© SZ vom 18.05.2020

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